Auch abseits des Fußballfeldes suchen die beiden brasilianischen Fußballer den Wettbewerb.

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Dass bekannte Persönlichkeiten aus der traditionellen Sportwelt gefallen an E-Sport finden, ist kein Geheimnis. Christian Fuchs ist dafür aus österreichischer Sicht wohl das beste Beispiel. Auch Fußballstars aus Brasilien zeigen seit mehreren Jahren, dass sie begeisterte Hobby-E-Sportler sind.

Inferno als Wohnzimmer

Carlos Henrique Casemiro, oder einfach Casemiro, steht seit 2013 bei Real Madrid unter Vertrag. Dabei gelang es ihm, viermal die Champions League und zweimal die spanische Meisterschaft zu gewinnen. Eine Karriere voller Erfolg.

Dennoch meinte er kürzlich in einem Interview mit der Sporttageszeitung "Marca", dass er selbst beim Streamen seines Lieblingsspiels "Counter-Strike: Global Offensive" ("CS:GO") auf Twitch wesentlich nervöser wird als bei einem Spiel im vollbesetzten Bernabéu-Stadion, das bekanntlich die Heimstätte von Real Madrid ist.

Als Begründung nennt er, dass er beim Onlinespielen größeren Druck verspüre. Aber auch die Chatfunktion und die eingehenden Twitch-Kommentare machen ihn nervöser als die Rufe im Stadion, das in Nichtpandemiezeiten mit 80.000 Menschen gefüllt ist.

MARCA

Weiters führt der defensive Mittelfeldspieler in dem Gespräch aus, dass er in seinem "CS:GO"-Spielstil Ähnlichkeiten mit seiner Rolle auf dem Fußballfeld erkennt. Denn auch im FPS-Spiel scheint ihm die Defensive besser zu liegen als die Offensive. So meint der Brasilianer, dass er mit dem Scharfschützengewehr AWP die besten Ergebnisse einstreicht. Seine Lieblingskarte im 2012 erschienenen Spiel lautet Inferno, die er in dem Interview als "Mein Bernabéu" bezeichnet.

Doch neben seiner Tätigkeit als Hobby-E-Sportler versucht sich der brasilianische Nationalspieler auch als Vereinsgründer. Mit Case Esport, so der Name der Organisation, soll fünf "CS:GO"-Spielern die Möglichkeit gegeben werden, sich im europäischen Spitzenfeld zu etablieren. Zu diesem Zweck wurde ein Gaming-Haus in der spanischen Hauptstadt Madrid erworben.

Doch ist Casemiro nicht der einzige brasilianische Fußballstar, der sich für "CS:GO" begeistern kann. Der bei Paris Saint-Germain unter Vertrag stehende Neymar zeigte seine Liebe zu "CS:GO" bereits im Jahr 2017, als er die damaligen "CS:GO"-Weltmeister aus Brasilien – damals noch unter dem SK-Gaming-Banner – in seine Villa einlud. Auch streamt er immer wieder auf Twitch, um sein Können zu zeigen. (fpz, 25.2.2021)