Seit dem Automatenverbot 2015 verzeichnen Online-Casinos in Österreich einen Zuwachs.

Foto: AP/Wong Maye-E

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) gab am Mittwoch im Rahmen des Ministerrats bekannt, dass eine unabhängige und weisungsfreie Glücksspielbehörde geschaffen werden soll. In diesem Kontext ist auch ein verstärktes Engagement im Spielerschutz vorgesehen – was neben diversen anderen Punkten auch das Online-Glücksspiel betrifft. Dabei werden auch explizit die Lootboxen genannt.

Immer mehr Spielsüchtige in Österreich

Seit Beginn der Covid-Krise ist in Österreich ein zunehmender Trend bei der Spielsucht zu beobachten – insbesondere in Hinblick auf Online-Glücksspiel und -Wetten. "Freizeitspieler" seien zunehmend "echte Spieler" geworden, heißt es in einem Hintergrundpapier zum geplanten Glücksspielpaket: Betroffen seien vor allem Männer zwischen 15 und 25 Jahren.

Dabei wird auch auf den Jahresbericht der Spielersuchthilfe 2019 verwiesen, laut dem 77 Prozent der spielsüchtigen Personen auch beziehungsweise ausschließlich online spielen – wobei der Großteil beides in Anspruch nimmt: 25 Prozent der Spielsüchtigen spielen oder wetten ausschließlich offline, 15 Prozent ausschließlich online.

Foto: Spielsuchthilfe Jahresbericht 2019

Offline ist weiterhin bedeutend, aber Online nimmt zu. Diese Tendenz scheint sich unter anderem durch das Automatenverbot 2015 verstärkt zu haben, dieses hat unter anderem zu einem Anstieg bei Online-Casinospielen geführt.

Lootboxen sollen reguliert werden

Lootboxen werden in dem Hintergrundpapier wörtlich als "Einstiegsdroge" bezeichnet. Demnach sollen Online-Spiele, bei denen man Spielgewinne wie Leben, besondere Fähigkeiten, Waffen und Ähnliches kaufen kann, reguliert werden. "Denn mit diesen Lootboxen werden oft schon Kinder an das Glücksspiel herangeführt und die Hemmschwelle für das Glücksspiel gesenkt", lautet die Argumentation.

Registrierung für Maximalspielzeit

Auch in anderen Punkten ist eine "Neuordnung des Online-Gamings" geplant: Registrierte und personalisierte Spielerkonten sollen dafür sorgen, dass nur noch bis zu einer monatlichen Höchstgrenze gespielt werden kann.

Um den Spielerschutz möglichst effektiv umsetzen zu können, sollen außerdem künftig nur noch österreichische Unternehmen mit Lizenz Online-Gaming anbieten können. Außerdem soll es Einschränkungen in der Glücksspielwerbung geben.

Der Fahrplan für das Glücksspielpaket

Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sollen bis April 2021 in Begutachtung gebracht werden, im Herbst 2021 soll das Reformpaket parlamentarisch beschlossen werden. (stm, 24.2.2021)