Kurz und Putin – hier bei einem Treffen in St. Petersburg im Oktober 2018 – tauschten sich über Sputnik V aus.

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Wien/Moskau – Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich am Freitag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ausgetauscht. Dabei wurden auch mögliche Lieferungen von Sputnik V nach Österreich besprochen, falls es eine Zulassung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gibt.

Offen ist, ob es bereits einen Antrag zur Zulassung von Sputnik V in der Europäischen Union gibt. Der Kreml bekräftigt, dass solch ein Antrag bei der EMA bereits eingereicht wurde. Im Register der Behörde scheint allerdings noch kein Zulassungsverfahren für Sputnik V auf.

Fest steht, dass Österreich sich im Verbund mit Israel und Norwegen um eine gemeinsame Produktion des russischen Impfstoffs bemüht. Die aktuelle Verfügbarkeit von Sputnik V ist jedenfalls begrenzt: In russischen Medien hieß es zuletzt, dass die Produktion demnächst auf sechs Millionen Dosen pro Monat erhöht werden soll.

Produktion in Österreich

Kurz hatte Anfang Februar betont, die Diskussion über Impfstoffe müsse "ohne geopolitische Tabus" geführt werden. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" sagte Kurz zudem, nach einer Zulassung "würde Österreich ganz bestimmt versuchen, Produktionskapazitäten bei geeigneten einheimischen Unternehmen für russische oder chinesische Impfstoffe zur Verfügung zu stellen".

Polymun Scientific in Klosterneuburg stellt bereits jetzt Komponenten für den Impfstoff von Biontech/Pfizer her. In Zukunft könnte der biopharmazeutische Betrieb auch bei der Herstellung von Vakzinen von Astra Zeneca, aber auch für Sputnik V eine Rolle spielen. (red, APA, 27.2.2021)