Das Unternehmen Space X von Tesla-Gründer Elon Musk bezieht neuerdings auch hoch strapazierfähige Metallteile, die Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment per 3D-Druck in Houston herstellt.

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Wien – Die im niederösterreichischen Ternitz beheimatete Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) will sich für Zeiten wappnen, wenn Öl und Gas nicht mehr den Stellenwert von heute haben, und expandiert in neue Geschäftsfelder. Einen ersten Erfolg hat der Ölfeldausrüster bereits gelandet: Für das Raketen- und Satellitenprogramm von Tesla-Gründer Elon Musk liefern die Niederösterreicher leichte, strapazierfähige Teile aus hochlegiertem Metall.

"Wir haben uns dafür qualifiziert und erste Lieferungen durchgeführt", sagte SBO-Chef Gerald Grohmann bei der Bilanzpräsentation am Mittwoch. Die Teile werden in Houston nahe den Raumfahrtaktivitäten der Musk-Firma Space X hergestellt, mittels 3D-Druck durch direktes Laserschmelzen. Noch sei dies eine Nische, längerfristig soll SBO daraus ein zweites, starkes Standbein abseits vom Öl- und Gasbohr-Equipment erwachsen. Halbleiterindustrie, Geothermie und Wasserstoff seien weitere mögliche Einsatzfelder für SBO-Know-how.

Umsatz- und Gewinneinbruch

Im angestammten Bereich sah sich SBO 2020 mit starken Einbrüchen konfrontiert. Die Hauptkundengruppe, Unternehmen, die im Auftrag von Exxon, BP oder OMV nach Öl und Gas bohren, drosselten wegen Nachfragerückgangs infolge von Corona ihre Bestellungen. Der Umsatz von SBO brach um 35 Prozent auf 292 Millionen Euro ein, das operative Ergebnis (Ebit) war wechselkursbereinigt gerade noch positiv, das Ergebnis nach Steuern mit 22 Millionen Euro negativ.

Dividende für 2020 gestrichen

Die Dividende für 2020 wird vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung gestrichen. Zur Erinnerung: Für 2019 gab es noch eine Gewinnausschüttung von 1,20 Euro je Aktie.

Gerald Grohmann, Vorstandsvorsitzender der Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO).
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"Wir haben tief in die Speichen gegriffen, um den Karren am Laufen zu halten," sagte Grohmann. Der Tiefpunkt sei im 3. Quartal 2020 durchschritten worden, seither gehe es langsam, aber stetig aufwärts. Die Zahl der Mitarbeiter ist im Berichtsjahr von 1.535 auf 1.131 gesunken, überwiegend in den USA. "Wir haben rasch reagiert und in kurzer Zeit 40 Prozent der Mitarbeiter abgebaut," sagte Grohmann.

Nichts Neues gibt es in Sachen Downhole Technologies, ein Tochterunternehmen von SBO in den USA, das inzwischen in der Wellboss Company aufgegangen ist. Ein US-Gericht hat SBO vorigen November zur Zahlung von 143 Millionen Dollar an den Ex-Chef der US-Tochter angehalten. SBO will das beeinspruchen, wartet aber noch immer auf die Ausfertigung des Urteils, um reagieren zu können. (Günther Strobl, 17.3.2021)