Die Londoner Polizei wird scharf für ihr hartes Durchgreifen bei den Protesten, ausgelöst durch den Mord an Sarah Everard, kritistiert.

Foto: HENRY NICHOLLS

London – Bei der Londoner Polizei hat es in den vergangenen Jahren einem Medienbericht zufolge etliche Beschwerden wegen sexueller Belästigung gegeben. Zwischen 2012 und 2018 gingen insgesamt 594 solcher Beschwerden ein – dies zeigt eine am Sonntag veröffentlichte Recherche der Zeitung "Observer", der die Dokumente nach dem Informationsfreiheitsgesetz angefordert hatte.

Metropolitan Police unter Druck

Die Recherche erhöht den Druck auf die Metropolitan Police, die nach Protesten wegen des Mordes an der 33-jährigen Britin Sarah Everard scharf für ihr hartes Durchgreifen – insbesondere gegen Frauen – kritisiert wird. Unter den Beschwerden gibt es mehrere besonders schwere Fälle: So gab ein Vergewaltigungsopfer an, von einem Polizisten missbraucht worden zu sein. Ein anderer Polizist soll eine Frau bei einer Vergewaltigung in einem Park gefilmt haben.

Die Metropolitan Police erklärte, man nehme die Vorwürfe sehr ernst. "Obwohl von den Vorwürfen nur ein kleiner Anteil unserer Mitarbeiter betroffen ist, erkennen wir die Auswirkungen an, die jeder einzelne Übergriff auf die Beteiligen hat", hieß es in einer Stellungnahme. (APA, 21.3.2021)