Derzeit haben etwa eine Million Arbeitnehmer bei Pensionsantritt Anspruch auf eine betriebliche Zusatzpension.
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In Österreich gibt es eine breite Zustimmung für einen Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Fachverbands der Pensionskassen. Dieser zufolge befürworten mehr als drei Viertel der Österreicher, konkret 76 Prozent, eine Stärkung des Pensionskassensystems. Noch größer ist die Zustimmung mit 87 Prozent unter den Begünstigten, also Ansparenden und Pensionisten.

Die einfachste Lösung liegt für Fachverbandsobmann Andreas Zakostelsky auf der Hand, nämlich ein sogenannter General-Pensionskassenvertrag. Bei diesem können die Abfertigungsansprüche jedes Arbeitnehmers in eine Pensionskasse übertragen und in eine Zusatzpension verwandelt werden. Für diese Wahlmöglichkeit zwischen Einmalzahlung und Verrentung sind ebenfalls 76 Prozent der Gesamtbevölkerung, unter den Begünstigten liegt der Wert um zehn Prozentpunkte höher.

Weichen stellen

"Die Regierung hat erkannt, dass es wichtig ist", sagt Zakostelsky und verweist auf das türkis-grüne Regierungsprogramm, in dem die Einführung eines solchen Generalvertrags vorgesehen sei. Verständnis zeigt er zwar dafür, dass derzeit vieles von der Corona-Krise überlagert werde, erinnerte aber daran, dass die langfristigen Weichen dafür jetzt schon gestellt werden sollten. Denn das staatliche Umlageverfahren wird aus Zakostelskys Sicht aus zwei Gründen unter Druck geraten: der Demografie und der wegen Corona gestiegenen Staatsverschuldung.

Generell zeigen die veröffentlichen Daten aus der Umfrage eine breite Zustimmung zum heimischen Pensionskassensystem. Auffallend ist jedoch unter den Berechtigten die merklich höhere Unzufriedenheit mit der Zusatzpension unter jenen, die sie bereits ausbezahlt bekommen: Unter allen Berechtigen sind nur elf Prozent weniger zufrieden, unter den Pensionsbeziehern schnellt dieser Wert auf 25 Prozent hoch. Dies dürfte auf alte Verträge aus den 1990er-Jahren mit zu optimistischen Ertragserwartungen zurückzuführen sein. Deren Bezieher mussten mitunter schon mehrere Kürzungen hinnehmen.

In den vergangenen zehn Jahre erzielten die heimischen Pensionskassen im Schnitt eine jährliche Performance von 4,01 Prozent – im Vorjahr waren es etwa 2,5 Prozent. Derzeit ist etwa ein Viertel der Unselbstständigen, das entspricht etwa einer Million Arbeitnehmern, im Pensionskassensystem. Zwölf Prozent der Begünstigten erhalten bereits eine Zusatzpension, sie beträgt im Mittel 480 Euro und kommt 14-mal jährlich zur Auszahlung. (aha, 22.3.2021)