Vorgesetzte sind nun besonders gefordert, Belastungen und Motivationsverlust entgegenzuwirken.

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1. Kommunikation

Wesentlich für erfolgreiche Führung war auch schon vor Corona eine klare und durchgehende Kommunikation mit den Beschäftigten. Doch gerade aufgrund der Unsicherheit in der Krise sollten Vorgesetzte besonders darauf achten und verstärkt das Gespräch mit ihren Teammitgliedern suchen. In den strukturierten Meeting-Agenden zu fachlichen Themen und aktuellen Projekten sollte jedoch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen. Denn gerade diese Komponente fehlt vielen Beschäftigten im Dauer-Homeoffice und lässt die Motivation schwinden. Schon fünf Minuten zu Beginn eines Meetings können dafür ausreichen.

2. Vertrauen

Sich für alles verantwortlich fühlen und alles wissen müssen: Diese Glaubenssätze stammen noch aus Command-and-Control-Führungsmustern. Stattdessen müssen Vorgesetzte heute das große Ganze im Auge behalten: das Zusammenspiel des Teams, die strategische Ausrichtung, die Ziele des Projekts, der Abteilung, des Unternehmens. Micromanagement und Kontrolle belasten nicht nur die Führungskraft, sondern auch die Beziehung zu den Mitarbeitenden. Verantwortung abzugeben und Vertrauen in die Beschäftigten zu haben wird also zur Notwendigkeit, um den Kopf für die Menschen- und Strategieführung freizubekommen.

3. Emotionen

Mit Selbstmanagement und Emotionsregulierung können stressbedingte Disbalancen ausgeglichen werden. Dazu gehört, Emotionen zwar anzuerkennen, sie aber nicht unkontrolliert an anderen Menschen auszulassen, und sich bei überbordendem Stress ausgleichende, beruhigende Aktivitäten zu suchen. Meditation und Achtsamkeit können zum Beispiel durch kurze Übungen in den Alltag integriert werden. Außerdem sollten sich Führungskräfte zu ihrem Umgang mit sich selbst und anderen folgende Fragen stellen: Wie gehe ich gut mit mir um, und wie gehe ich gut mit anderen – mit Mitarbeitenden und Kooperationspartnern – um?

4. Zusammenhalt

Krisen können Angst, Panik und ein Gefühl von Hilflosigkeit erzeugen – oder zumindest verstärken. Besonders anfällig sind Beschäftigte, die auch schon vor dem Ausbruch der Pandemie an Symptomen gelitten haben. Die Folge sind Rückzugstendenzen bis hin zu Aggressionen. Arbeitgeber sind nun gefordert, die Beschäftigten zu informieren, sinnvolle Maßnahmen zu setzen und den Zusammenhalt zu fördern. Besonders wichtig ist hierbei, Konzepte für alle Mitarbeitenden zu erarbeiten. Denn ungleiche Flexibilisierung innerhalb eines Unternehmens kann laut einer Umfrage des Personaldienstleisters Hays zu Spannungen und Neid führen.

5. Fehlerkultur

Entdecken Vorgesetzte oder Kollegen Stimmungsschwankungen bei Mitarbeitenden, sollte zunächst ein offenes und konstruktives Gespräch geführt werden. Ist ein zu hoher Workload die Ursache, können Führungskräfte die Rahmenbedingungen anpassen, also beispielsweise die Arbeitszeit ändern, Rollen oder Funktionen befristet umstellen sowie Supervision beantragen. Auch an der Kommunikations- und Fehlerkultur kann in diesem Zusammenhang gearbeitet werden. Eine gesunde Fehlerkultur erleichtert nicht nur den Umgang mit dem Scheitern, sondern kann auch die Motivation steigern und Druck aus dem Arbeitsalltag nehmen. (red, 24.3.2021)