Die Lage im Jemen ist dramatisch, warnen Hilfsorganisationen.

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Sanaa – Die Organisation Save the Children hat angesichts einer drohenden Hungersnot und neuer Gewalt im Bürgerkriegsland Jemen vor den dramatischen Folgen für Kinder gewarnt. Laut einer Studie der Organisation ist jedes vierte zivile Opfer der Kämpfe im Land ein Kind.

In den vergangenen drei Jahren seien mehr als 10.000 Menschen aus der Zivilbevölkerung durch die Kampfhandlungen verletzt oder getötet worden, teilte die Organisation am Montag bei einer Konferenz mit. Darunter seien auch 2.341 Kinder.

Traumatisierte Kinder

Eines der jungen Opfer sei ein achtjähriger Junge aus der Stadt Tais im Südwesten des Landes. Nach den Worten der Mitarbeiterin Anna Pantelia wünscht sich das nach einem Granatenangriff schwer verletzte Kind unbedingt eine weitere Explosion. "Damit er mit seinem Bruder im Paradies spielen kann", sagte sie. Dieser war bei dem Angriff vor wenigen Wochen getötet worden.

Die Lage im Land habe sich noch einmal verschärft, betonte Save the Children. Dem Land drohe ganz akut eine Hungersnot. 1,8 Millionen Kinder unter fünf Jahren seien bereits mangelernährt. Zwei Millionen Kinder gingen nicht zur Schule. Dass die internationale Gemeinschaft wegen immer weniger Geld für Nothilfe in dem Bürgerkriegsland gebe, verschlimmere die Situation. Bei der diesjährigen Uno-Geberkonferenz für den Jemen kamen nur rund 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) an Spenden zusammen. Benötigt werden nach Uno-Angaben etwa 3,85 Milliarden Dollar.

Waffenruhe scheiterte

In dem bitterarmen Land kämpft seit sechs Jahren ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen. Am Montag hatte Saudi-Arabien hat eine sofortige Waffenruhe als Teil einer neuen Friedensinitiative vorgeschlagen. Die Houthis reagierten ablehnend. (APA, 23.3.2021)