Das Funkhaus in der Argentinierstraße wurde von Rhomberg Bau erworben.

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Im ORF-Funkhaus in der Argentinierstraße 30a in Wien-Wieden werden in einem ersten Schritt 22 Wohneinheiten untergebracht, in der Folge soll der markante, denkmalgeschützte Bau aus den 1930er-Jahren zu einem "lebendigen Viertel" mit Kultur, Gastronomie und Wohnen werden. Das sagte Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Holding, am Montag in einem Pressegespräch. Rhomberg hatte das Funkhaus vom ORF erworben, derzeit wird es sukzessive übernommen. Zunächst der vordere Teil, in dem bis 2022 die erwähnten Wohneinheiten geschaffen werden sollen, bis 2023 dann auch das restliche Gebäude. Für die gewerblich genutzten Flächen braucht man aber noch eine Umwidmung.

Darüber hinaus hat Rhomberg Bau in Wien und Niederösterreich auch sonst viel vor. Das Vorarlberger Unternehmen gliedert seine seit 15 Jahren bestehende Wiener Niederlassung nun in eine eigene Gesellschaft aus. Mit Rhomberg Bau Wien peilt man einen jährlichen Umsatz von 100 Millionen Euro an. Dafür werde man aber wohl auch die eine andere kleinere Firma akquirieren, sagte Rhomberg. "Wir wollen lokal Wertschöpfung und Arbeitsplätze entwickeln – und auch zukaufen."

Wachstumsmarkt

Die Region Wien-Niederösterreich sei "unser größter Wachstumsmarkt", so der Bauexperte weiter. Rhomberg Bau sei zwar vor allem als Holzbauunternehmen bekannt, tatsächlich mache der Umsatz aus diesem Segment aber nur einen kleinen Anteil aus.

Doch es handle sich jedenfalls um einen riesigen Wachstumsmarkt. Den Holz-Systembau "WoodRocks" setzt man gerade bei einem Wohnprojekt in Krems ein, generell erhofft man sich in Wien und Wien-Umgebung diesbezüglich eine große Nachfrage. Aber nicht nur Wohnen, sondern etwa auch Wohnen auf Zeit will man umsetzen, auch wenn hier der Wiener Markt schon etwas dünn ist, wie Rhomberg zugibt. In Vorarlberg hat man aber mittlerweile schon das zweite Projekt mit einer Microapartments-Schiene namens "David" in Umsetzung, in Wien errichtete man bisher die "Smartments" beim Hauptbahnhof für die deutsche GBI AG.

In weiteren Wiener Stadtentwicklungsgebieten ist man mit Grundstücken dabei. Fallweise handelt es sich dabei aber auch nur um "Bauhoffnungsland", das noch umgewidmet werden müsste.

Entwicklungen im denkmalgeschützten Bereich

Auch die Produktentwicklung treibt man weiter voran: Unter dem Titel "Office Zero" arbeitet Rhomberg Bau derzeit an einem Holz-Systembau-Produkt für gewerbliche Infrastruktur. "Dabei können wir von der Planung bis zum fertigen Gebäude alles aus einer Hand anbieten", so Rhomberg. Im ersten Schritt wolle man das Konzept für Büros anbieten, in einem nächsten Schritt für den Hallenbau. Auch ein weiteres Unternehmen in Wien stehe kurz vor Gründung, ein Joint Venture, welches das komplette Leistungsspektrum der Gesamtsanierung und -pflege von Altbeständen und denkmalgeschützten Gebäuden abdeckt. (mapu, 23.3.2021)