Manila – Die Philippinen protestieren gegen die Anwesenheit einer chinesischer Armada bei einer Insel im Südchinesischen Meer. Rund 220 Schiffe wurden am 7. März beim Julian-Felipe-Riff gesichtet, das zu den Spratley-Inseln gehört. Aktuell sollen noch 183 Schiffe vor den auch als Whitsun-Riff bekannten Inseln vor Anker liegen, wie philippinische Aufklärungseinheiten fotografisch dokumentierten.

Manila fordert von Peking den umgehenden Abzug der Flotte, die nach philippinischen Angaben Milizionäre an Bord habe. Chinas Botschaft in Manila behauptete hingegen, es handle sich um Fischerboote, die vor widrigen Wetterbedingungen Schutz suchten. Niu'e Jiao, wie Peking das Riff nennt, sei Teil der chinesischen Nansha Qundao – so der chinesische Name der Spratley-Inseln. Seit Jahren seien dort chinesische Fischer unterwegs. An Bord befinde sich keine maritime Miliz, Spekulationen würden nicht helfen, sondern nur unnötige Irritationen verursachen, schrieb die Botschaft.

China hat eine Armada im Julian-Felipe-Riff vor Anker liegen.
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Der philippinische Verteidigungsminister Delfin Lorenzana hingegen erklärte, die Anwesenheit von Milizschiffen sei ein Akt der Provokation und der Militarisierung des Gebiets. China solle die Schiffe umgehend zurückziehen. Manila zählt das Gebiet zu seiner ausschließlichen Wirtschaftszone.

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Washingtons Vertretung in Manila erklärte, dass chinesische Schiffe schon seit Monaten in steigender Zahl in der Region unterwegs seien. Peking benutze seine Meeresmiliz, um andere Staaten einzuschüchtern, zu provozieren und zu bedrohen.

In den Konflikt um das Südchinesische Meer sind so gut wie alle Anrainerstaaten verwickelt. Es handelt sich um eine der meistbefahrenen Schiffsrouten, darüber hinaus lagern große Rohstoffvorkommen unter dem Meeresboden. China beansprucht fast das gesamte Gebiet für sich, abgegrenzt durch die sogenannte "Nine-Dash-Line". Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt, was Peking nicht davon abhält, in dem Gebiet Inseln aufzuschütten und militärische Einrichtungen zu bauen – inklusive der Stationierung von Radaranlagen, Raketen und Kampfflugzeugen. Neben den Philippinen haben auch Taiwan, Malaysia, Vietnam und Brunei Gebietsansprüche in der Region geltend gemacht, die sich zum Teil überlagern.

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Manilas nationale Arbeitsgruppe für das westphilippinische Meer erklärte, die Anwesenheit der chinesischen Schiffe sei sowohl in Hinblick auf Überfischung und die Zerstörung der marinen Umwelt ein Problem als auch eine Gefahr für die Sicherheit der Seefahrt in dem Gebiet. (Michael Vosatka, 25.3.2021)

Chinesische Schiffe im Julian-Felipe-Riff, am 23. März vom Weltall aus gesehen.
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Dutzende Schiffe liegen hier in Parkposition.
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