Nach fast 20 Jahren linker ÖH-Regierungen zerstritten sich die beteiligten Fraktionen vergangenes Jahr, woraufhin Sabine Hanger von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft zur Vorsitzenden gewählt wurde.

Foto: APA/Hochmuth

Die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) setzt bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von 18. bis 20. Mai erneut auf die aktuelle ÖH-Vorsitzende Sabine Hanger als Spitzenkandidatin. "Ich bin definitiv gekommen, um zu bleiben", sagte die 26-jährige Jus-Studentin bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Hanger wurde erst im Herbst zur ÖH-Chefin gewählt, nachdem sich eine bis dahin amtierende linke Koalition aus Grünen und Alternativen StudentInnen (Gras), Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und Fachschaftslisten (FLÖ) zerstritten hatte. "Ich habe eine ÖH übernommen, die von den Entscheidungsträgern und den Studierenden nicht mehr ernst genommen wurde." Der Listenzweite der AG, Armin Amiryousofi, verwies auf die "Bodenständigkeit" der Fraktion: Einerseits sei man ein "knallharter Verhandlungspartner", andererseits "auf jedem Festl und bei jeder Beratung auf Augenhöhe" mit den Studierenden.

Weniger Anwesenheit an FHs

Wie bereits schon der VSStÖ und die Jungen Liberalen Studierenden (Junos) will auch die AG auf das Thema Digitalisierung setzen. Diese scheine "für unsere Hochschulen noch immer ein Schreckgespenst" zu sein, so Hanger. Die AG plädiert für verpflichtende Weiterbildung von Lehrenden in Sachen Digitalisierung.

In den grünen Bereich wagt man sich mit Forderungen nach "klimafitten Hochschulen" und überwiegend regionalen Produkten in den Mensen sowie einer Fahrradinfrastruktur und Solarpaneelen an den Hochschulen. Berufstätige Studenten sollten von Studiengebühren befreit und die Beihilfen erhöht werden. Außerdem plädiert die AG für eine Herabsetzung der Anwesenheitspflichten an Fachhochschulen (FH) sowie ein Verbot schlechterer Benotung von Arbeiten aufgrund fehlender Formvoraussetzungen – etwa weil sie nicht gegendert sind.

Ausbau der Mandate angepeilt

In der Bundesvertretung verfügt die AG über 15 Sitze. Gras und VSStÖ haben je 13 Mandate, es folgen die Junos mit sechs Sitzen und die FLÖ mit fünf. Zwei konkurrierende Kommunistische StudentInnenverbände (KSV-KJÖ bzw. KSV Lili) sowie der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) haben je einen Vertreter. Als Wahlziel formulierte AG-Chefin Hanger einen Ausbau der Mandatszahl: "Und wir wollen so stark werden, dass eine Exekutive ohne uns nicht möglich ist." (APA, 26.3. 2021)