Das größte heute lebende Landtier der Erde hat sich einiges mitgemacht. Einstmals war der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) praktisch in ganz Afrika vertreten. Man konnte ihm bis zur Zeitenwende an der Mittelmeerküste ebenso begegnen, wie am Kap der Guten Hoffnung. Allenfalls in der Sahara und ihren Ausläufern suchte man ihn vergebens. Heute ist sein Verbreitungsgebiet auf 37 Länder Afrikas südlich der großen Wüste beschränkt.

Obwohl Schutzgebiete dafür gesorgt haben, dass uns dieses bis zu 3,5 Meter hohe und sieben Tonnen schwere Wesen zumindest in Restpopulationen von rund 350.000 Individuen erhalten geblieben ist, dürfte eine große Zahl der Elefanten außerhalb der Schutzzonen unterwegs sein.

Einige der 287 geplanten Trophäenjagden könnten für so manchen Dickhäuter so enden.
Foto: AP/Jerome Delay

"Sportjagd" auf Dickhäuter erlaubt

In einigen Ländern, dazu zählen Sambia, Südafrika und Tansania, ist die sogenannte "Sportjagd" auf die Dickhäuter erlaubt. Botswana – das nördliche Nachbarland Südafrikas ist annähernd so groß wie Frankreich – darf sich mit etwa 130.000 Exemplaren über die größte Elefanten-Population Afrikas freuen. Zu verdanken ist dies unter anderem einem 2014 verhängten Jagderbot. Vor zwei Jahren beschloss die Regierung in Gabarone gegen die anhaltenden Proteste von Tierschützern ebenso, dieses Verbot wieder aufzuheben. Die Elefantenpopulation sei ausreichend groß, hieß es damals. Man sprach sogar von einer "Überpopulation", die mittlerweile schon die Landwirtschaft beeinträchtige.

Nun hat Botswanas Regierung Hundert neue Lizenzen für die umstrittene Trophäenjagd auf Elefanten erteilt. Kabelo Senyatso, der Direktor der Nationalpark-Behörde, bestätigte am Dienstag, dass zum Auftakt der vom 6. April bis 21. September dauernden Jagdsaison der Abschuss von insgesamt 287 Dickhäutern genehmigt worden sei. "Die Jagdsaison hat heute Morgen begonnen und verläuft wie geplant", sagte er. Sie war im Vorjahr wegen der Corona-Restriktionen in dem südafrikanischen Safari-Paradies vorübergehend unterbrochen worden, weshalb 187 Lizenzen liegengeblieben waren.

Ein junger Elefant im Okavango Delta genießt die Abendsonne.
Foto: AFP/MONIRUL BHUIYAN

"Kunden aus den USA und anderen Ländern"

"Wir haben bereits Kunden an Ort und Stelle – einige davon kommen aus den USA und anderen Ländern", sagte die Sprecherin des nationalen Verbands für Wildtier-Produkte (BWPA), Debbie Peak. Die Einreise in das Land sei relativ unkompliziert. "Wir hatten einige Jahren ein (Jagd-)Moratorium und sind froh, wieder im Geschäft zu sein – es kommt ja auch den Gemeinden und der nationalen Wirtschaft zugute", betonte sie.

Im Februar 2020 hatte Botswana erstmals seit dem Ende des völligen Jagdverbots wieder Auktionen für Jagdrechte auf Elefanten abgehalten. Zum Verkauf standen mehrere "Pakete" von je zehn Elefanten, die die Käufer dieser Rechte töten dürfen. Als Grundgebot wurden 200.000 Pula (16.600 Euro) verlangt.

Jagd macht Elefanten aggressiver

Obwohl immer wieder von Konfrontationen zwischen Farmern und Elefanten berichtet wird, bezweifeln Experten, dass der Abschuss einzelner Rüsseltiere dieses Problem tatsächlich beseitigen wird. Frühere Erfahrungen aus anderen Staaten deuten vielmehr darauf hin, dass Elefanten, die unter Jagdstress leben müssen, eher aggressiver werden. Vertreter der Schutzorganisation "Elefanten ohne Grenzen" sehen jedenfalls keine Zunahme der Angriffe auf Menschen in den vergangenen Jahren. (tberg, red, 7.4.2021)