Heinz-Ketchup zum Ausquetschen ist in den USA Mangelware.

Foto: REUTERS/Mike Blake

Klopapier und Hefe hierzulande, in Frankreich vor allem Wein – nun sorgt die Corona-Pandemie für eine weitere Produktknappheit. Betroffen sind diesmal die USA. Dort, im Mutterland des Fastfood mitsamt Pommes frites, mangelt es doch tatsächlich an Ketchup.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat der Engpass damit zu tun, dass viele Restaurants zwangsläufig auf Take-away umschwenken mussten. Dies führte dazu, dass der Bedarf an Ketchup in kleinen Packungen enorm anstieg, während die rote Sauce in größeren Portionen kaum noch gebraucht wurde. Beim Ketchup zum Ausquetschen ist der Preis laut dem Bericht seit Jänner 2020 um 13 Prozent gestiegen.

"Jeder hält Ausschau nach Ketchup"

Der Fastfood-Kette Long John Silver's hat dieser Preisanstieg bereits eine halbe Million Dollar gekostet. "Jeder hält Ausschau nach Ketchup", wird Stephanie Mattingly von Long John Silver's zitiert.

Kraft Heinz ist in den USA hauptverantwortlich für den Ketchup-Genuss, der sich im letzten Jahr außerhalb von Zuhause auf etwa 300.000 Tonnen belief. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Euromonitor hat der Konzern einen Marktanteil von etwa 70 Prozent. Aber für solch eine Nachfrage war man nicht gerüstet, gibt man zu.

Heinz rüstet auf

"Wir tun alles, was wir können", wird Steve Cornell von Kraft Heinz zitiert. Er ist unter anderem verantwortlich für die Nicht-Zuhause-Geschäftszweige. In den Fabriken werden schon länger Extraschichten gemacht. Trotzdem bitte man um Geduld. Im April sollen zwei neue Fertigungslinien für kleine Ketchuppackungen starten. Damit soll die Produktion auf zwölf Milliarden Packungen jährlich steigen.

Bis dahin müssen viele Restaurants neue Wege gehen. Einige füllen Ketchup selbst in kleine Plastikbecher ab und geben sie mit, andere geben es gleich direkt auf die Pommes frites. Und manche Betreiber überlegen tatsächlich das in den USA Undenkbare, auf das traditionelle Heinz-Ketchup zu verzichten – und sich nach einer anderen Marke umzusehen. (red, 8.4.2021)