Das Dallas Police Department soll nur eine von 34 Polizeibehörden sein, die zugaben, dass Mitarbeiter die Software ohne Genehmigung verwendet haben.

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Zwischen 500 und 1.000 Suchen führten Polizeibeamte aus der US-Stadt Dallas mittels Gesichtserkennungssoftware durch – ohne dass diese jemals autorisiert wurden. Dabei versuchten sie, Menschen auf Grundlage von Fotos zu identifizieren. Laut einer Sprecherin der Polizeibehörde installierten Beamte die Software teils sogar auf ihren privaten Smartphones.

Bekannt wurde der unerlaubte Einsatz, nachdem die Behörde von investigativen Reportern von "Buzzfeed News" kontaktiert wurde, sagt die Polizeisprecherin Melina Gutierrez. Der Einsatz der Gesichtserkennungs-App namens Clearview AI sei jedoch nie "für die Verwendung von irgendeinem Mitglied der Behörde" genehmigt worden. Inzwischen sei deshalb auch die Löschung von allen Geräten angeordnet worden, die von der Stadt ausgegeben wurden, berichtet "Gizmodo".

Löschung nicht von allen Geräten gefordert

Hingegen wurde keine Anweisung ausgegeben, die App auch von persönlichen Geräten zu löschen. "Sie wurden nur angewiesen, die App nicht als Teil ihrer beruflichen Aufgaben zu verwenden", sagte Gutierrez. Laut dem Dallas Police Department sei zudem gar nie ein Vertrag mit Clearview AI abgeschlossen worden. Beamte konnten die Software trotz allem herunterladen, indem sie sie die Webseite des Unternehmens besuchten. Laut "Buzzfeed" musste bei der Anmeldung für die Testversion nicht nachgewiesen werden, dass sie tatsächlich auch befugt waren, sie zu nutzen.

Darüber hinaus zeigen offenbar E-Mails, die den Berichterstattern zur Verfügung stehen, dass Clearview-AI-CEO Hoan Ton-That nichts dagegen gehabt haben soll, Beamten die Anmeldung mit persönlichen E-Mail-Adressen zu erlauben. Dass die Software in der texanischen Stadt zum Einsatz kommt, fand "Buzzfeed" nach einer jahrelangen Recherche rund um das Unternehmen heraus. Die dortige Polizeibehörde soll jedoch nur eine von 34 sein, die zugeben, dass Mitarbeiter Clearview AI ohne Genehmigung verwendet haben.

Ein Problem von Dauer

Die unerlaubte Nutzung vertraulicher Polizeidatenbanken ist jedoch kein neues Phänomen. Schon 2016 berichtete die Agentur AP, dass die Polizei regelmäßig auf Datenbanken der Strafverfolgungsbehörden zugreift, um Informationen über "Sexpartner, Geschäftspartner, Nachbarn und Journalisten aus Gründen zu sammeln, die nichts mit der täglichen Polizeiarbeit zu tun haben". (mick, 8.4.2021)