Mahmoud Ezza 2010 – noch bevor der langjährige Staatschef Mubarak gestürzt wurde.

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Kairo – Ein ägyptisches Gericht hat den obersten Anführer der Muslimbruderschaft, Mahmoud Ezzat, wegen Terrorismus zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Strafgericht in Kairo habe den 76-Jährigen am Donnerstag schuldig befunden, zu Morden angestachelt und Waffen für Auseinandersetzungen im Jahr 2013 außerhalb der Zentrale der Muslimbruderschaft geliefert zu haben, hieß es aus Justizkreisen.

Ezzat war jahrelang untergetaucht, bevor er im vergangenen August in Kairo festgenommen wurde. Bereits im Jahr 2015 war er in Abwesenheit zu lebenslanger Haft und auch zum Tod verurteilt worden, weil er zu tödlichen Angriffen auf Soldaten und andere Staatsvertreter angestiftet haben soll.

Seit 2013 verboten

Die Muslimbruderschaft ist in Ägypten seit 2013 verboten. Anhänger der Bewegung werden seither rigoros von den Sicherheitskräften und der Justiz verfolgt. Nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak 2011 gewann der Muslimbruder Mohammed Morsi 2012 die erste demokratische Wahl in Ägypten. Er wurde nach nur einem Jahr vom Militär gestürzt, wodurch der bis heute regierende Abdelfattah al-Sisi an die Macht kam. (APA, red, 9.4.2021)