Der Union Jack auf halbmast: Mit der knapp 95-jährigen Königin Elizabeth II trauern viele Briten um Prinzgemahl Philip. Der Herzog von Edinburgh verstarb am Freitagmorgen, zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag, auf Schloss Windsor bei London. Premierminister Boris Johnson nannte ihn "eine von vielen geliebte und hochrespektierte Figur des öffentlichen Lebens".

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"Mit großem Schmerz", hieß es in der Bekanntmachung des Buckingham-Palastes, "gibt Ihre Majestät die Königin den Tod ihres geliebten Mannes Prinz Philip bekannt". Seine Königliche Hoheit sei "friedlich" gestorben. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Nachricht um 12.01 Uhr Ortszeit unterbrach die öffentlich-rechtliche BBC ihre Programme.

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Die in Schwarz gekleidete Moderatorin verlas die Nachricht des Palastes, anschließend erklang die Nationalhymne. Den gesamten Nachmittag über blieben die Medien fokussiert auf die Person des Verstorbenen und seinen Beitrag zum Fortbestand der Monarchie in 73 Ehejahren mit der jungen Prinzessin und späteren Queen Elizabeth II. In schwarzem Anzug und schwarzer Krawatte trat knapp eine Stunde später der Premierminister vor seinen Amtssitz in der Downing Street. Boris Johnson erinnerte daran, dass sich der Prinz schon sehr frühzeitig, "als dies noch gar nicht modern war", den Schutz der Umwelt auf die Fahne geschrieben hatte.

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Zehntausende junger Leute auf der Insel hätten zudem von den Exkursionen und freiwilligen sozialen Diensten profitiert, die seit Jahrzehnten mit dem sogenannten Preis (award) des Herzogs von Edinburgh honoriert werden. "Prinz Philip hat sich die Zuneigung mehrerer Generationen erworben, hier im Vereinigten Königreich, im Commonwealth und auf der ganzen Welt", sagte Johnson.

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Der 99-Jährige war erst Mitte März nach einmonatigem Aufenthalt aus einer Londoner Privatklinik entlassen worden. Seither hatte er sich auf Schloss Windsor von einem kleinen Eingriff am Herzen erholt. Wie schon zur Zeit seines Aufenthaltes in insgesamt zwei Krankenhäusern hielt sich der Palast zuletzt völlig bedeckt, was den Gesundheitszustand des Prinzgemahls betraf.

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In Konsultationen zwischen dem Haushofmeister Lord Peel und der Downing Street müssen übers Wochenende die Einzelheiten der Begräbnisfeierlichkeiten besprochen werden. Die Covid-Vorschriften dürften alle bisherigen Planungen unter dem Codenamen "Forth Bridge" über den Haufen werfen. Der Verstorbene wollte ausdrücklich nicht das ihm zustehende Staatsbegräbnis; vielmehr wünschte sich Philip eine "weniger übertriebene" Feier mit militärischem Zeremoniell. (Sebastian Borger aus London, 9.4.2021)

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