Hospital de Clínicas in San Lorenzo, 9. April: Covid-Patienten erhalten im Innenhof des überlasteten Krankenhauses Sauerstoff.

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Die Verteilung des indischen Covaxin-Impfstoffs, der bei zwei bis acht Grad gelagert werden muss, übernimmt das Militär.

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Asuncion – Drei prominente FPÖ-Mitglieder weilen derzeit im südamerikanischen Paraguay. Außensprecher Axel Kassegger, der ehemalige Dritte Nationalratspräsident Martin Graf sowie Ex-Generalsekretär Christian Hafenecker wollen sich bei der, wie sie betonen, lange geplanten Reise einen Überblick über die Erfolge des Landes in der Pandemiebekämpfung verschaffen.

Dem parteinahen Medium "Unzensuriert" sagte Hafenecker, in Paraguays Hauptstadt Asunción blühe das Leben, in Gaststätten und Kaufhäusern gebe es "ein einfaches Hygienesystem, das gut funktioniert".

Noch am 25. März hatte das Land überlastete Intensivstationen gemeldet und über die Osterfeiertage einen Lockdown verhängt.

ÖVP-Bundesratsfraktionsvorsitzender Karl Bader verurteilte die Reise der drei FPÖ-Politiker als "unzumutbares" Verhalten während der Pandemie, das sei "verantwortungslos". Er bezeichnete die Reise als "Schlag ins Gesicht jener Menschen, die seit einem Jahr alle Maßnahmen im Lockdown mittragen". "Hierzulande kämpfen wir mit der schwersten Pandemie seit 100 Jahren, und Hafenecker fliegt mit zwei Kollegen in ein Land, für das es aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus eine Reisewarnung des Außenministeriums gibt."

Hafenecker zeige damit, "dass er sich, wie FPÖ-Chef Norbert Hofer meinte, in einer 'Selbstüberhöhung' über alle Menschen stellt, die sich an Maßnahmen halten müssen". Dieses Verhalten lege einmal mehr das Selbstverständnis der Freiheitlichen offen, so Bader: "Die FPÖ blockiert im Bundesrat den grünen Pass, der das Reisen für die Österreicherinnen und Österreicher und mehr Freiheiten wieder möglich machen soll, widersetzt sich aber dann im Hohen Haus allen Corona-Maßnahmen."

Zwei Abgeordnete stimmten laut "Kronen Zeitung" von Paraguay aus per Video gegen die Maskenpflicht im österreichischen Parlament. (red, APA, 15.4.2021)