2020 wuchs Chinas Wirtschaft so langsam wie noch nie, in diesem Jahr boomt sie bereits rekordverdächtig.

Foto: REUTERS / THOMAS PETER

Peking – Die chinesische Wirtschaft ist Anfang 2021 trotz Corona-Krise so stark gewachsen wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Jänner und März um 18,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 19 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 6,5 Prozent Ende 2020.

Der Exportweltmeister profitiert derzeit von einer steigenden Nachfrage nach seinen Produkten. Das Land stellt viele Güter her, die in der Corona-Pandemie weltweit gefragt sind – etwa Medizinausrüstung wie Masken oder Laptops und Bildschirme für das Homeoffice. Auch die Binnennachfrage hat sich erholt, wozu die Regierung mit Konjunkturprogrammen beitrug.

Die chinesische Wirtschaft war 2020 wegen der Corona-Krise mit 2,3 Prozent so langsam gewachsen wie seit über vier Jahrzehnten nicht mehr. In diesem Jahr dürfte sich der Aufschwung erheblich verstärken: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt China ein Wachstum von 8,4 Prozent voraus. Davon profitiert auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Industriepräsident Siegfried Russwurm nannte deshalb China jüngst auf der Hannover-Messe neben den USA als wichtigste Konjunktur-Lokomotive. (Reuters, 16.4.2021)