Am 26. April 1986 explodierte im Kernkraftwerk Tschernobyl um 1.23 Uhr nachts der Reaktorblock 4. Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften und bauliche Mängel hatten dazu geführt, dass eine Simulation eines Stromausfalls aus dem Ruder lief. Infolge der Explosion gelangten große Mengen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre, die in Wolken über große Teile Europas getragen wurden und dort niedergingen. Tausende Menschen mussten das Gebiet um den Reaktor verlassen, die Kleinstadt Prypjat nahe dem Kraftwerk wurde zur Geisterstadt.

Sogenannte Liquidatoren führten direkt am Unglücksort Aufräumarbeiten durch und waren später mit der Errichtung eines stählernen Sarkophags über dem zerstörten Reaktor beschäftigt. Wie viele Menschen dabei an den Folgen der Strahlung starben, ist nach wie vor umstritten. Die WHO geht von weltweit rund 4.000 Todesopfern durch Krebserkrankungen und etwa 50 durch Strahlenkrankheit aus. Am Montag wurde ihrer nun bei Gedenkfeiern in der ganzen Ukraine gedacht. (rio)

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Kernkraftwerks gedenkt am Vorabend des Jahrestags in der 50 Kilometer von Tschernobyl entfernten Kleinstadt Slawutytsch der Verstorbenen. Dort leben viele ehemalige Einwohner der heutigen Geisterstadt Prypjat.

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Vor dem Monument für die Todesopfer in Slawutytsch werden in der Nacht zum 26. April Blumen niedergelegt.

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In der Nacht strömen Besucher in die Geisterstadt Prypjat nahe dem Atomkraftwerk.

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Bei einer nächtlichen Gedenkfeier auf dem Hauptplatz von Prypjat treten Künstler und Künstlerinnen auf, die im Rahmen einer Performance an die Geschehnisse erinnern.

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Auch in der Hauptstadt Kiew wird am Morgen der Jahrestag der Katastrophe begangen.

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Eine Frau legt am Kiewer Mahnmal für die Feuerwehrleute und Arbeiter, die während und nach den Aufräumarbeiten starben, Blumen nieder.

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Eine trauernde Frau nimmt an den Feierlichkeiten in Kiew teil.

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Zwei Männer legen rote Nelken auf jene Steine, auf denen die Namen der Opfer eingraviert sind.

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