Der 24. April war kein Tag wie jeder andere in Lincoln. Die 280.000-Einwohner-Stadt im US-Bundesstaat Nebraska wurde an jenem Samstag zum Austragungsort einer Auseinandersetzung der besonderen Art. Hunderte Menschen prügelten sich bei dem Event mit Poolnudeln.

Ihre Gemeinsamkeit: Alle trugen den Vornamen "Josh". Begonnen hatte alles als harmloser Scherz auf Facebook, berichtet der "Lincoln Journal Star".

"Ihr habt ein Jahr, um euch vorzubereiten. Viel Glück"

Initiator der denkwürdigen "Josh"-Schlacht ist Josh Swain. Im April 2020 schrieb er wahllos Namensvettern auf Facebook an. "Ihr fragt euch wahrscheinlich, warum ich euch hier versammelt habe?", schrieb er in den Chat. "Weil wir alle Josh heißen?", kombinierte ein anderer Josh Swain. "Exakt", so Swains Antwort.

Wie alles begann ...
Foto: Josh Swain

Im nächsten Schritt übermittelte er ihnen Koordinaten und ein ebenfalls zufällig gewähltes Datum mit dem Aufruf, sich an besagtem Tag an besagtem Ort einzufinden. Das Ziel: "Wir kämpfen. Wer gewinnt, darf seinen Namen behalten. Alle anderen müssen ihn ändern. Ihr habt ein Jahr, um euch vorzubereiten. Viel Glück."

Initiator Josh Swain (li.) und ein anderer Josh im Schere-Stein-Papier-Duell.
Foto: AP/Lincouln Journal Star

Danach geschah lange nichts. Swain selbst hatte auf seinen offenbar pandemiebedingter Langeweile entsprungenen Scherz vergessen, ehe ihn ein Freund vor wenigen Monaten daran erinnerte. Er beschloss, die Aktion noch einmal aufzugreifen, legte eine Veranstaltung auf Facebook dafür an, buchte einen Flug nach Lincoln und schrieb nochmals an die anderen Josh Swains. Viele reagierten nicht. Selbst wenige Tage vor dem Termin war er sich nicht sicher, ob überhaupt jemand auftauchen würde, erklärte er dem Lokalmedium.

Doch gleich Hundertschaften fanden sich auf der Wiese im "Air Park" der Stadt ein. Diese hatte die Fläche zur Verfügung gestellt, da es sich bei den ursprünglichen Koordinaten um ein privates Grundstück handelte. Die Teilnehmer brachten, wie vereinbart, Schwimmnudeln aus Schaumstoff als Bewaffnung mit. Die Aktion hatte sich bis dahin auch auf Joshs mit anderen Nachnamen ausgeweitet. Einige kamen gleich verkleidet als Jedi oder andere Figuren aus Film und Fernsehen. Am Rande des Feldes feuerten Freunde, Familienmitglieder und andere Zuseher "ihre" Joshs an.

Fünfjähriger wird "ultimativer Josh"

Das Geschehen hatte auch die Aufmerksamkeit anderer Medien gewonnen. "Der Josh-Fight hat begonnen. Es ist absolutes Chaos!", kommentierte ABC-Reporter Yousef Nasser die Szenen, die sich abspielten. Ausgetragen wurden drei Schlachten: eine für alle Josh Swains, eine für alle mit Vornamen Josh und eine mit Teilnehmern anderen Namens.

An einem ernsthaften Regelwerk fehlte es zwar, dennoch wurden am Ende ein Sieger gekürt. Swain erklärte den in Lincoln lebenden Fünfjährigen Joshua "Josh" Vinson zum "ultimativen Josh". Er hatte gemeinsam mit seinem Vater, ebenfalls ein Josh, teilgenommen. Die Bedingung, dass alle anderen ihre Namen ändern müssen, wurde freilich fallengelassen.

"Es ist eine coole Erinnerung daran, dass wir [die Pandemie] langsam überwinden", meinte Swain noch im Vorfeld. Er selbst ist bereits vollständig gegen Covid-19 geimpft und hatte Teilnehmern das Tragen von Masken empfohlen, allerdings nahm sich nicht jeder diese Anregung zu Herzen.

Foto: Foto: AP/Lincouln Journal Star

Der Initiator verknüpfte die Veranstaltung mit einer Fundraising-Aktion für die örtliche Lebensmitteltafel und rief auch zu Spenden für ein Kinderspital mit gemeinnütziger Stiftung in Omaha auf. Rund 14.000 Dollar kamen bisher zusammen. Aus Kreisen der Teilnehmer wurde für den jungen Gewinner außerdem eine Sammelaktion zur Finanzierung seines künftigen College-Besuchs gestartet. (gpi, 28.4.2021)