"Das wäre ein Riesending", kommentiert das Vorhaben ein hochrangiger Vertreter des Heimatschutzministeriums.

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Eine US-Expertengruppe wird Insidern zufolge am Donnerstag zum Kampf gegen Erpressungssoftware eine deutliche stärkere Regulierung von Kryptowährungen wie Bitcoin fordern. Kernelement der Vorschläge sei ein Aufbrechen der Anonymisierung bei Krypto-Geschäften, wie die Nachrichtenagentur Reuters vorab von mit der Sache vertrauten Personen erfuhr. Unter anderem sollten Krypto-Börsen mehr über ihre Kunden in Erfahrung bringen müssen sowie Lizenz-Vorgaben für die Besitzer der elektronischen Währungen und Regeln für die Geldwäsche verschärft werden. Eine neue Sonderabteilung des Justizministeriums solle sich auf die Beschlagnahmung von Kryptowährungen spezialisieren, ein gegenwärtig schwieriger Prozess.

Neue Gesetze nötig?

"Das wäre ein Riesending", sagte ein hochrangiger Vertreter des Heimatschutzministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Das ist eine Welt, die ausdrücklich geschaffen wurde, um anonym bleiben zu können. Aber ab irgendeinem Punkt muss man etwas aufgeben, um die Sicherheit aller gewährleisten zu können." Der Task Force gehören unter anderem Vertreter der Bundespolizei FBI und des Secret Service an, der in den USA auch für gewisse Finanzvergehen zuständig ist. Auch große Technologie- und Sicherheitsfirmen sind beteiligt. Einige der Vorschläge würden neue Gesetze nötig machen.

In den USA kämpfen Staat und Wirtschaft gegen eine Welle von Erpressungssoftware – "Ransomware" genant – bei der die Daten der Opfer verschlüsselt werden. Um wieder an sie zu gelangen, verlangen die Hacker Geldzahlungen, oft in Form von Kryptowährungen wie Bitcoin. Betroffen sind neben Firmen und Behörden auch Krankenhäuser und Schulen. Zwei Mitglieder der Expertengruppe bezifferten jüngst die im vergangenen Jahr erpresste Summe auf fast 350 Millionen Dollar – eine Verdreifachung im Vergleich zu 2019. (Reuters, 29.4.2021)