Dominic Thiem gelang eine mentale Glanzleistung.

Foto: Reuters/Perez

Next: Alexander Zverev.

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Dominic Thiem hat trotz mehrwöchiger Spielpause beim Comeback das Halbfinale des mit 3,226 Mio. Euro dotierten Masters-1000-Turnier in Madrid erreicht. Im Viertelfinale setzte sich der Weltranglisten-Vierte aus Österreich am Freitag gegen den 2,08 Meter großen US-Aufschlagriesen John Isner in 1:55 Stunden mit 3:6,6:3,6:4 durch. Im Halbfinale trifft Thiem am Samstag auf Alexander Zverev.

Das Match wird ein echtes Gipfeltreffen und wohl auch schon ein vorweggenommenes Finale. "Das wird die mit Abstand härteste Prüfung bei diesem Turnier", war sich auch Thiem bewusst. Gegen beide hat der 27-jährige Niederösterreicher in der spanischen Hauptstadt schon große Matches in entscheidenden Phasen geliefert. Thiem steht in Madrid zum schon vierten Mal im Halbfinale, zweimal hat er hier auch schon das Endspiel erreicht. Gewonnen hat er den Sandplatz-Klassiker aber noch nie.

Was nicht zu erwarten war

Der Österreicher hatte vor Madrid verletzungsbedingt und wegen Motivationsproblemen annähernd sieben Wochen pausiert, zeigte sich deshalb "überrascht" und fand es "sensationell", nun trotzdem im Halbfinale zu stehen. "Das war so nicht zu erwarten." Dass nun die größte Aufgabe bisher auf ihn wartet, sei ihm klar. "Beide mögen das hier auch sehr. Ich bin gespannt auf das Match. Ich weiß aber nicht, ob ich spielerisch bereit bin für diese zwei Kapazunder", gab sich Thiem zurückhaltend. "Die zwei sind nochmals eine eigene Liga. Wir werden sehen, was rauskommt."

Das Match gegen den ehemaligen Top-Ten-Mann Isner nahm den zu erwartenden Verlauf. Der 2,08 Meter große Riese hatte trotz seiner 89 Asse bis dahin vor Thiem großen Respekt gezeigt ("Er ist der zweitbeste Sandplatzspieler auf der Tour"), erwischte aber einen Traumstart und punktete zunächst vor allem mit seinem fast 230 km/h schnellen Aufschlag. Dank eines frühen Breaks hatte der über hundert Kilo schwere Amerikaner aus Dallas Satz eins nach nur 31 Minuten in der Tasche.

Der Schlüsselmoment war dann das über zehn Minuten dauernde, fünfte Game im zweiten Satz. Thiem war zunächst in höchster Not, musste vier Breakbälle abwehren, ging letztlich aber nach einigem Kampf doch selbst 3:2 in Führung. Danach nahm er dem erstmals kurz wankenden Amerikaner postwendend den Aufschlag zum 4:2 ab und spielt den Satz nach Hause.

Lob für Isner

Isners Versuch, danach wie in den beiden Matches davor ins Tiebreak des dritten Satzes zu kommen, ging nicht auf. Denn Thiem breakte seinen nun sichtlich schon müden 36-jährigen Gegner zum 5:4 und servierte danach souverän aus. "Dass er einer der besten Aufschläger aller Zeiten ist, habe ich gewusst. Ich war aber überrascht von seiner Returnleistung", hatte Thiem Lob für seinen Gegner. "Ein Break gegen ihn ist, wie mit einem Satzrückstand zu starten. Das war absolut suboptimal", gestand Thiem. "Mit der Abwehr der Breakbälle ist aber das Match gekippt. Danach habe ich mich auch auf seinen Aufschlag besser eingestellt."

Drei Siege und das Halbfinale seien sehr, sehr überraschend, betonte Thiem. "Natürlich liebe ich die Bedingungen hier. Aber ich habe doch sehr lange nicht gespielt und nun gegen drei völlig unterschiedliche Gegner gewonnen. Das Halbfinale ist daher sensationell", sagte er im Sky-Interview.

Madrid liege freilich auch Nadal und Zverev. "Gegen Sascha war ich 2018 hier im Finale, auch gegen Rafa habe ich schon zwei richtig geile Partien hier gespielt. Ich bin gespannt auf das Match", sagte Thiem. (APA, 7.5.2021)