Ultrareaktionäre Europäer

Polen und Ungarn wollen keine Geschlechtergerechtigkeit in EU-Erklärung

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Die Sache der Geschlechtergleichheit schreitet voran. Soeben verhinderten Polen und Ungarn in der geplanten Erklärung des EU-Sozialgipfels in Porto die Nutzung des Wortes "Geschlechtergleichheit". Das hätte ihrer Meinung nach "Raum für LGBT-Rechte" geschaffen, meinte ein in die Verhandlungen eingebundener EU-Diplomat. LGBT steht für "Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender". Das gibt’s nicht, sagten die Vertreter der EU-Mitglieder Polen und Ungarn, das würde das "Gefüge ihrer christlichen Gesellschaften" in Gefahr bringen.

Polen und Ungarn sind die beiden dreiviertelautoritären Mitglieder der Europäischen Union, dicht gefolgt von Slowenien und einigen anderen, die immer mehr in Richtung eines autoritären, undemokratischen Regimes driften. Polen erklärte, es könne nur um die Gleichstellung von Männern und Frauen gehen. Polen hat die Abtreibung praktisch unmöglich gemacht, Ungarn schränkt andauernd die Rechte von Homosexuellen ein.

Am 9. Mai ist Europatag. Was heißt es, ein Europäer zu sein, sich als Europäer zu fühlen? Sicher nicht, ultrareaktionären sexualpolitischen Ideologien anzuhängen. Ob sich Ungarn und Polen überhaupt auf das Christentum berufen dürfen, ist höchst fraglich. Und irgendwann, ziemlich bald, wird sich die EU ernsthaft mit Mitgliedsländern auseinandersetzen müssen, die die europäischen Werte mit Füßen treten. (Hans Rauscher, 7.5.2021)

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