Deutschland könnte einen ähnlichen Vorfall wie in den USA erleben.

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Nach dem Hackerangriff auf einen US-Pipelinebetreiber hat der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, vor Gefahren auch in Deutschland gewarnt. "Cyber-Angriffe auf kritische Infrastrukturen sind ein ernstzunehmendes realistisches Szenario auch in Deutschland", sagte Schöhnbohm am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Insbesondere die Entwicklung der Angriffe mit sogenannter Ransomware schreite rasant voran. Er verwies darauf, dass es auch in Deutschland bereits erfolgreiche Angriffe und Erpressungsversuche bei Krankenhäusern, Verwaltungen oder Hochschulen gegeben habe. Insbesondere die Wirtschaft sei immer wieder mit schwerwiegenden Cyber-Angriffen konfrontiert. "Auf diese Bedrohung müssen wir uns auch in Deutschland künftig noch besser einstellen", forderte der BSI-Präsident. Das gerade verabschiedete IT-Sicherheitsgesetz 2.0 habe das BSI als Aufsichtsbehörde weiter gestärkt und könne zur IT-Sicherheit in Deutschland beitragen.

Der Hackerangriff auf die Colonial Pipeline hatte dazu geführt, dass das gesamte Rohr-Netzwerk abgeschaltet werden musste. Im Kern verbindet es Raffinerien und Ölhäfen am Golf von Mexiko mit den Ballungsräumen an der US-Ostküste und führt bis New Jersey. Darauf gingen die Rohöl- und Benzinpreise in die Höhe, was nun auch an deutschen Tankstellen spürbar werden könnte.

Ein BSI-Sprecher verwies darauf, dass die Mineralöl-Branche in Deutschland unter den regulierten Bereich der sogenannten Kritis-Branchen falle. Firmen in diesem Bereich sollen umfassende Maßnahmen im Bereich der Prävention, der Entdeckung von Angriffen und Reaktionen darauf ergreifen. (Reuters, 10.05.2021)