Nun soll Pep Guardiola mit den Cityzens das Triple holen. Voraussetzung dafür ist der Gewinn der Champions League.

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Manchester – Ein "Genie", ein "Innovator" und ein "Superstar". Nach dem Gewinn seines dritten Fußball-Meistertitels mit Manchester City wird Startrainer Pep Guardiola in England mit Lob überschüttet. Dabei sah es für City anfangs überhaupt nicht nach einer erfolgreichen Saison aus. Manch einer spekulierte sogar schon, die Zeit des Spaniers in Manchester sei abgelaufen. Jetzt hoffen die City-Fans, dass Guardiola ihnen das Triple aus Ligacup, Meistertitel und der Champions League beschert.

"Das hier war der härteste (Titel)", wurde Guardiola, der am Dienstagabend in kleinem Rahmen mit einigen Spielern und Mitarbeitern in Citys-Trainingszentrum feierte, auf der Vereinswebsite zitiert. "Wir werden uns immer erinnern, wie wir ihn diese Saison gewonnen haben."

Klopp: "Bester Trainer der Welt"

Auch Liverpool-Coach Jürgen Klopp hat seinem Trainerkollegen gratuliert und Guardiola als "besten Trainer der Welt" bezeichnet. "Ein großer Erfolg, Gratulation", sagte Klopp am Mittwoch. "Ich habe Pep schon gestern Abend eine Textnachricht geschickt (...). Das war ein schwieriges Jahr für die ganze Welt, und was sie dieses Jahr bisher erreicht haben, ist außergewöhnlich."

Der Erfolg der Cityzens sei allerdings nicht überraschend. "Wenn man finanzielle Ressourcen und Fußballwissen zusammenbringt, hat man immer eine gute Chance, etwas Außergewöhnliches zu schaffen", ergänzte der deutsche Liverpool-Trainer schmunzelnd. "Und das ist hier natürlich der Fall. City hat einen unglaublichen Kader und den besten Trainer der Welt."

Klopp, der mit dem Vorjahresmeister abgeschlagen ist und sogar einen Startplatz in der Champions League zu verpassen droht, sagte, es sei jedes Mal eine Freude gegen ManCity zu spielen. "Aus fußballerischer Sicht ist das immer eine riesige Herausforderung", betonte der Reds-Coach. "Man kann sie schlagen, aber man muss dafür absolut in Bestform sein. Ab und zu ist uns das gelungen, dieses Jahr natürlich nicht."

Drei Meistertitel in vier Jahren

Als Guardiola im vergangenen November seinen Vertrag verlängert und damit Abschiedsgerüchten einen Riegel vorgeschoben hatte, belegte ManCity in der Premier League nur den zehnten Tabellenplatz. Fast ein halbes Jahr später versammelten sich die City-Fans am Dienstag vor dem Etihad-Stadion und feierten bereits die dritte Meisterschaft ihres Vereins in vier Jahren. Erst in der 20. Runde hatte ManCity die Spitze übernommen und die Tabellenführung seitdem ausgebaut. Zwischen Dezember und März gewann das Team wettbewerbsübergreifend beeindruckende 21 Pflichtspiele in Serie.

Dass der Titel nun ohne eigenes Zutun perfekt wurde, war ein kleiner Wermutstropfen für Ilkay Gündogan, den Topscorer mit zwölf Ligatoren, der neben Kevin De Bruyne und Ruben Dias einer der Leistungsträger in dieser City-Saison ist. "Ich hätte diesen Moment lieber nach einem eigenen Spiel gefeiert, aber ich nehme es auch so", twitterte der deutsche Fußball-Teamspieler. "Was für eine Saison!" Nach dem 1:2 des Tabellenzweiten Manchester United gegen Leicester City ist das Guardiola-Team bei zehn Punkten Vorsprung und drei verbleibenden Spielen nicht mehr einzuholen.

Lob für spektakulären Turnaraound

Noch um Weihnachten war City für zu wenig Tore, Systemprobleme und mangelnde Energie kritisiert worden. Jetzt lobten britische Medien den Trainer für den beachtlichen Turnaround. Der Titelgewinn sei "ein Triumph der Klasse und der Verfeinerung" schrieb der "Guardian". Die Zeitung "Independent" meinte, Guardiola habe "einfach improvisiert und beeindruckend erneuert". Und der "Telegraph" resümierte: "Ohne einen herausragenden Superstar im Team war Guardiola die überragende Figur in der Meistersaison von City."

Der 50-Jährige selbst war am Dienstagabend "erleichtert". Und nach dieser merkwürdigen Fußballsaison ohne Zuschauer war Guardiola auch froh, dass ab dem kommenden Wochenende endlich wieder Fans im Stadion erlaubt sind. Am letzten Spieltag gegen Everton soll der Titel gefeiert werden. "Ich freue mich auf das Everton-Spiel", betonte Guardiola. "Wir werden die Trophäe hochhalten und 10.000 werden dabei sein."

Champions-League-Finale gegen Chelsea

Sechs Tage später bestreitet Manchester City am 29. Mai das vielleicht wichtigste Spiel der Saison, das Champions-League-Finale gegen Chelsea. Das Team von Trainer Thomas Tuchel hat die "Cityzens" schon im FA-Cup-Semifinale eliminiert und am vergangenen Wochenende in der Liga mit 2:1 geschlagen. Guardiola ist also gewarnt.

Zwar betonte der Titelsammler erneut, was er seit Wochen gebetsmühlenartig wiederholt – dass die Premier League "der wichtigste Titel für uns" sei. Doch die Königsklasse gilt in Wahrheit schon länger als das wichtigste Ziel der Club-Inhaber aus Abu Dhabi. Mit einem Erfolg würde sich Guardiola in Manchester endgültig unsterblich machen. Andererseits würde die Freude aller Beteiligten über die Meisterschaft erheblich getrübt, wenn ManCity das erste Champions-League-Endspiel seiner Vereinsgeschichte verliert. (APA, dpa, 12.5.2021)