Das letzte Mal als das Faschistentreffen in Österreich stattfand war 2019. Auch damals waren etliche Ustascha Fahnen zu sehen. Im vergangene Jahr wurde es coronabedingt nur in Kroatien abgehalten.

Foto: Der Standard / Christian Fischer

Bleiburg/Zagreb – Das rechtsextreme Kroatentreffen am Loibacher Feld in Bleiburg/Pliberk wird heuer nach den bisher vorliegenden Informationen nicht stattfinden. Es sei für das Wochenende keine Veranstaltung angemeldet worden, auch nicht seitens des "Bleiburger Ehrenzugs", der das Treffen normalerweise organisiert, sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio auf APA-Anfrage. Allerdings ist eine Kranzniederlegung geplant und wurde eine Gegendemonstration angemeldet, die am Samstag in Bleiburg stattfinden soll.

Die Polizei sei dennoch vorbereitet und werde am Loibacher Feld vor Ort sein, sagte Dionisio. Würde jemand aus Kroatien einreisen, müsste die Person nach derzeitigen Vorgaben in Quarantäne an einer anzugebenden Unterkunft.

Kranzniederlegung findet statt

Am Samstag wird in der Gedenkstätte am Loibacher Feld und am Friedhof von Unterloibach eine Kranzniederlegung mit Gebet unter Anwesenheit des kroatischen Botschafters in Österreich, Daniel Gluncic, stattfinden. Auch auf dem zentralen Zagreber Friedhof wird vor dem Denkmal für die Bleiburger Opfer ein Kranz niedergelegt. An dieser Gedenkzeremonie soll auch der kroatische Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic teilnehmen. Zusätzlich wird in Kroatien auch in der Kirche in Udbina ein Gottesdienst gefeiert.

Treffpunkt für Faschisten

In Bleiburg wird alljährlich der Tötung von tausenden Ustascha-Kämpfern und ihrer Angehörigen nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht. Die Anhänger des faschistischen Hitler-Vasallenstaates Unabhängiger Staat Kroatien (NDH) hatten zu Kriegsende in Österreich Zuflucht gesucht, waren aber von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen jugoslawischen Partisanen übergeben worden, welche die gefangenen Ustascha an verschiedenen Schauplätzen töteten.

Die Veranstaltung am Loibacher Feld in Unterkärnten gilt als Treffpunkt von Kroaten, die den faschistischen NDH-Staat verklären. In vergangenen Jahren wurden immer wieder Ustascha-Symbole gesehen, regelmäßig gab es auch Festnahmen wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz. Im Vorjahr gab es eine Kranzniederlegung durch den kroatischen Botschafter, Zwischenfälle wurden seitens der Polizei keine registriert, ein größerer Menschenandrang blieb aus. Eine Anfrage bei der kroatischen Botschaft in Wien zu möglichen Plänen für heuer blieb zunächst unbeantwortet. (APA, red, 13.5.2021)