Das Mining von Bitcoin verbraucht weltweit fast doppelt so viel Strom wie ganz Österreich.

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Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder Dogecoin sorgten in der Online- und Finanzwelt – nicht zuletzt durch das Engagement von Tesla-CEO Elon Musk – in jüngster Zeit immer wieder für Aufsehen. Was steckt hinter dem Phänomen? Wie läuft es technisch ab? Und wie investiert man selbst? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Frage: Was sind Kryptowährungen?

Antwort: Streng genommen sind Kryptowährungen keine staatlich anerkannten Währungen. Man kann sie eher mit Jetons oder Gutscheinen vergleichen, die gegen etwas eingetauscht werden können – im Fall von Bitcoin gegen Euro oder Dollar. Die Technologie dahinter ist die Blockchain.

Frage: Was ist die Blockchain?

Antwort: Vereinfacht gesagt ist die Blockchain eine Datenbank, bei der Datenblöcke in einer Kette aneinandergereiht werden. Sie liegt nicht zentral auf einem Server, sondern ist über ein globales Netzwerk an Rechnern verteilt. Dadurch ist die Blockchain sicherer als andere Datenbanken.

Frage: Wer erstellt die Blöcke?

Antwort: Die Transaktionen in der Blockchain werden von Computern in aller Welt validiert, dieser Prozess wird auch als "Mining" bezeichnet. Da das Mining sehr viel Rechenkraft erfordert, wird der Miner im Gegenzug mit einem Bitcoin belohnt.

Frage: Wie hoch ist der Energieverbrauch von Bitcoin-Mining?

Antwort: Erst im Februar wurde bekannt, dass Bitcoin-Mining weltweit fast doppelt so viel Strom verbraucht wie ganz Österreich. Wegen dieser schlechten Energiebilanz hat Tesla vergangene Woche beschlossen, dass Kunden entgegen den ursprünglichen Pläne vorerst doch nicht mehr mit Bitcoin für ihre Autos bezahlen können. Man sieht sich aber nach Alternativen um.

Frage: Gibt es Ansätze, dieses Problem zu lösen?

Antwort: Ja. So wird zum Beispiel die Ethereum-Blockchain im Rahmen eines "Fork" vom bereits beschriebenen energieintensiven Proof-of-Work- auf ein weniger energieintensives Proof-of-Stake-Konzept wechseln. Dabei wird nicht jener Miner belohnt, der die meiste Rechenleistung aufgewandt hat, sondern jener, der bereits die meisten Coins des jeweiligen Systems besitzt.

Frage: Was ist ein Fork?

Antwort: Man spricht von einem Fork, wenn eine Änderung an der Blockchain vorgenommen wird. In diesem Fall wird die Kette aus Datenblöcken aufgespalten. Es entsteht eine zweite Blockchain, deren bisheriger Verlauf identisch mit dem der Originalkette ist, die aber nun eine neue Richtung einschlägt. So existieren bereits mehrere Alternativen von Bitcoin wie beispielsweise Bitcoin Gold oder Bitcoin Cash.

Frage: Was ist Ethereum?

Antwort: Ethereum ist ein Netzwerk, das ähnlich wie jenes von Bitcoin funktioniert. Die dazugehörige Kryptowährung heißt Ether. Der Fokus bei Ethereum liegt aber darauf, als Plattform für Blockchain-Anwendungen zu fungieren. So können zum Beispiel digitale Identitäten oder Leihverträge abgewickelt werden – und zwar sicherer als über herkömmliche Methoden.

Frage: Welche anderen Kryptowährungen gibt es noch?

Antwort: Zahllose. Zuletzt rückte die als Witz gegründete Kryptowährung Dogecoin ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie war im Wert massiv gestiegen, nachdem Tesla-CEO Elon Musk sie im Vorfeld eines TV-Auftritts mehrmals beworben hatte – nur um dann während der Ausstrahlung der Sendung abzustürzen. Wenige Tage später machte Musk auf Twitter erneut Werbung für die Dogecoin. Eine andere Währung, Chia, nutzt zum Mining nicht Rechenleistung, sondern Festplattenkapazität. Und Cardano setzt, ähnlich wie Ethereum, auf Anwendungen im echten Leben: So wollen Tansania und Äthiopien Cardano nutzen, um Schulabschlüsse und digitale Identitäten fälschungssicher zu gestalten. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Frage: Wo kauft man Kryptowährungen?

Antwort: Es gibt viele Plattformen, die den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Ein großer heimischer Anbieter ist Bitpanda, ein anderer ist die börsennotierte Coinbase. Die seriösen Plattformen sind an diverse Auflagen gebunden, welche bei der Registrierung beachtet werden müssen. Ist man aber einmal registriert, so kann man auch auf dem Smartphone handeln. Bei den meisten dieser Anbieter erhält man auch eine "Wallet": vereinfacht gesagt eine digitale Brieftasche, die den Zugriff auf die Kryptowährungen ermöglicht.

Frage: Zahlt sich ein Einstieg noch aus?

Antwort: Das kann niemand mit Gewissheit sagen. Jedenfalls gilt: Man sollte niemals Geld investieren, das man nicht auch guten Gewissens verlieren kann. (Florian Zsifkovics und Stefan Mey, 17.5.2021)