Junge Frauen in Afghanistan trotzen dem Terror: Am 8. Mai wurde in Kabul die Syed-al-Shahda-Mädchenschule angegriffen, viele Schülerinnen wurden ermordet. Auf den Pulten der Toten liegen Blumensträuße.

foto: ap/rahmat gul

Wien – Trotz der sich stark verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan wegen des Nato-Truppenabzugs soll heute, Dienstag, ein Abschiebeflug von Wien in die dortige Hauptstadt Kabul gehen – berichtet die österreichische Asylkoordination. Der von der EU-Grenzschutzagentur Frontex administrierte Flug werde in Schweden starten und in Wien zwischenlanden.

Am Wochenende gab es in Österreich Razzien bei Unterstützerinnen und Unterstützern afghanischer Staatsangehöriger. In einem Einfamilienhaus in Niederösterreich hielten Fremdenpolizisten in Wohnräumen, Gartenhaus und Waschküche Nachschau. Der Gesuchte war nicht anwesend.

Termin in Ausweisungsbescheiden genannt

Der 18. Mai wird zudem in einer Reihe von Ausweisungsbescheiden als Abschiebetermin genannt – doch auf Nachfrage des Standard wollte man im Innenministerium "weder veri- noch falsifizieren", dass der Flug geplant sei. Das tue man bei Charterrückführungen nie, "zumal dies jegliche Planung für die Außerlandesbringung von Personen, die trotz rechtskräftig negativer Entscheidung und Ausreiseverpflichtung Österreich nicht freiwillig verlassen, obsolet machen würde".

In Schweden fanden in den vergangenen Tagen mehrere Kundgebungen gegen die Gruppenabschiebung statt. In Deutschland war ein vom Bund am 4. Mai geplanter Abschiebeflug verschoben worden. Die Sicherheit der begleitenden Polizisten könne nicht garantiert werden.

Hazara fliehen verstärkt aus Afghanistan

Laut dem Asylkoordinationsmitarbeiter Herbert Langthaler befinden sich die afghanischen Communitys in Österreich nach Eroberungsangriffen der Taliban unweit von Kabul und etlichen Terroranschlägen mit vielen Toten "in einem Zustand höchster Anspannung". In Afghanistan selbst würden sich in diesen Tagen viele Angehörige schiitischer Minderheiten wie der Hazara auf die Flucht machen. (Irene Brickner, 17.5.2021)