Im laufenden Jahr will sich AT&S vor allem auf den Kapazitätsausbau im chinesischen Werk in Chongqing konzentrieren.

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Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S stimmt seine Aktionäre nach einem zweistelligen Umsatz- und Gewinnplus im abgelaufenen Geschäftsjahr auf weiteres Wachstum ein. Dank einer ungebrochen starken Nachfrage nach sogenannten ABF-Substraten sowie der Erweiterungen der Produktionskapazitäten in China sollen die Erlöse 2021/22 (per Ende März) um 13 bis 15 Prozent steigen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) werde in der Bandbreite von 21 bis 23 Prozent erwartet, nach zuletzt 20,7 Prozent.

ABF als Basis für Hochleistungsrechner

"Der Markt für Kommunikationsinfrastruktur, der für das Übertragen der Daten verantwortlich ist, boomt ebenso wie die Nachfrage nach Rechenkapazitäten", sagte Konzernchef Andreas Gerstenmayer. AT&S produziert neben Leiterplatten auch integrierte Schaltkreise (IC-Substrate), die in Notebooks und PCs gebaut werden und als Verbindungselemente zwischen Leiterplatte und Chip dienen.

ABF-Substrate sind die derzeit dominierende Technologie für die Anwendung im Bereich von Hochleistungsrechnern, die im Herzen der meisten Server, Personal Computer, 5G Basisstationen und künftig Automobilen zu finden sind. Bis 2025 will AT&S zu den drei größten ABF- Substrate-Anbietern weltweit aufsteigen. Beliefert werden die Mobilfunkbranche, die Automobil- und Industrieelektronik sowie die Medizintechnik. Zu den Kunden zählen Apple, Intel und große europäische Autozulieferer.

Dämpfung durch Halbleiter-Krise

Der positive Ausblick der Elektronikindustrie werde aktuell durch Engpässe bei Halbleitern gedämpft, teilte AT&S weiter mit. Für den Bereich Automotive sei aber dennoch mit einem Aufschwung zu rechnen, hieß es. Bei mobilen Endgeräten bleibe der neue Mobilfunkstandard 5G weiterhin ein Wachstumstreiber. Im laufenden Jahr will sich AT&S vor allem auf den Kapazitätsausbau im chinesischen Werk in Chongqing konzentrieren, wo ABF-Substrate hergestellt werden. Durch das Anlaufen der Produktion sei dort mit Sondereffekten von rund 40 Millionen Euro zu rechnen, hieß es.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind die Österreicher gut durch die Corona-Krise gekommen. Bei einem Rekordumsatz von 1,19 Milliarden Euro sei der operative Gewinn (Ebitda) um mehr als ein Fünftel auf 245,7 Millionen Euro gestiegen, teilte AT&S unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit. Unter dem Strich habe sich der Gewinn auf 47,4 (19,8) Millionen Euro mehr als verdoppelt. An die Aktionäre soll nun eine höhere Dividende von 39 (25) Cent je Aktie ausgeschüttet werden. (Reuters, 18.5.2021)