Die Arbeit der Wildbienen

Viele Bienen fühlen sich auch in der Stadt zu Hause.
Foto: Imago/imageBROKER/AndrexSkonieczny

Bienen sind für die Artenvielfalt ganz besonders wichtig. Beim Sammeln von Nektar und Pollen auf den Blüten bestäuben sie die Pflanzen gleichzeitig. Dadurch können Früchte und Samen wachsen. Das ist nicht nur in der freien Natur so, sondern auch in der Landwirtschaft. Am bekanntesten ist die Honigbiene, aber es gibt tausende verschiedene Bienenarten. In Wien leben sogar über 400 verschiedene Wildbienenarten. Zum Beispiel die Wollbiene, die Blaue Mauerbiene oder die Ackerhummel. Die kleinste Bienenart in Österreich ist die Sandsteppenbiene, sie wird nur vier Millimeter lang. Die große Holzbiene hingegen wird fast drei Zentimeter lang. Durch ihre unterschiedlichen Größen kann nicht jede Biene jede Blüte bestäuben. Daher gibt es Blüten, die nur von kleinen Insekten angeflogen werden. Und andere sind so geformt, dass auch größere Bienen Platz haben. Viele verschiedene Bienenarten tragen als dazu bei, dass es viele verschiedene Pflanzen gibt. Die meisten Wildbienen werden zwar nur acht bis zehn Wochen alt. Doch in dieser Zeit sind sie ganz schön fleißig. Es gibt Bienenarten, die bis zu 5000 Pflanzen pro Tag bestäuben. Daher ist es wichtig, dass in Gärten, Parks und anderen Grünflächen in der Stadt genügend Pflanzen wachsen, die den Bienen als Futter und Unterschlupf dienen.

Löwenzahn und andere Wildkräufter sind ein wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten.
Foto: imago images/Rene Traut

Hilfreiches Unkraut

Pflanzen, die an Stellen wachsen, wo man sie nicht haben will, nennt man Unkraut. Manchmal ist es wichtig, diese Pflanzen zu entfernen. Beim Anbau von Gemüse zum Beispiel kann Unkraut das Wachstum stören und muss entfernt werden. Aber den Ruf als schlechte Pflanzen hat das Unkraut nicht verdient. Denn eigentlich hat es in der Natur eine wichtige Aufgabe. Viele Gärtner sehen Löwenzahn nicht gerne in ihren gepflegten Blumenbeeten. Dabei ist er eine beliebte Nahrungsquelle für viele Insekten. Und die Samen werden auch gerne von Vögeln gefressen. Wenn wir an einer Brennnessel anstreifen, kann das ganz schön wehtun. Für die Raupen vieler Schmetterlingsarten aber sind Brennnesseln eine wichtige Futterpflanze. Was passiert, wenn wir alles Unkraut entfernen? Dann finden Insekten weniger Futter und bekommen weniger Nachwuchs. Weniger Insekten bedeuten, dass insektenfressende Tiere wie Vögel oder andere Kleintiere auch weniger zu fressen haben. Diese sind wiederum die Nahrungsgrundlage für größere Raubtiere. Denn in der Natur hängt alles zusammen. Viele Unkrautpflanzen sind außerdem auch für uns Menschen gut. Aus manchen kann man Tees und Salben für kleine Wehwehchen herstellen. Und viele kann man essen – Gänseblümchen, Löwenzahn, Gundelrebe, Giersch oder Ackersenf zum Beispiel schmecken gut im Salat. Im Garten können Kräuter wie Brennnessel oder Kamille andere Pflanzen sogar vor Schädlingen und Krankheiten schützen. Wenn es nicht unbedingt sein muss, ist es also besser, Unkraut stehenzulassen. Und statt Unkraut haben sich die Pflanzen auch einen besseren Namen verdient: Wild- oder Beikraut. (Birgit Riegler, 22.5.2021)