Öffentlich gab es Kritik von Fifa-Präsident Gianni Infantino an der Super League. Hinter den Kulissen entsteht ein anderes Bild.

Foto: AP/Juilliart

Zürich – Der Fußball-Weltverband Fifa verweist in der Debatte über eine angebliche Beteiligung an der Gründung der Super League auf frühere Stellungnahmen seines Präsidenten Gianni Infantino. Der Schweizer hatte Ende April beim Uefa-Kongress im Zuge des Eklats im europäischen Fußball gesagt, die Fifa lehne den Wettbewerb entschieden ab. Einem Bericht der "New York Times" zufolge soll die Fifa in den vergangenen Monaten an Gesprächen mit den Super-League-Gründern beteiligt gewesen sein.

Konkret bezog die Fifa auf Anfrage keine Stellung dazu. Laut der US-Zeitung soll die Unterstützung der Fifa zeitweise Voraussetzung für die Gründer gewesen sein, den Plan einer eigenen Liga abseits der Uefa fortzuführen. In den Gesprächen sei es demnach auch um mögliche Synergieeffekte zwischen der Super League und der neuen Klub-WM der Fifa gegangen, die auf 24 Teilnehmer aufgestockt wird.

Zwölf europäische Topklubs, darunter sechs englische Premier-League-Vereine, hatten in der Nacht auf 19. April die Gründung einer eigenen Super League angekündigt. Diese wäre in direkte Konkurrenz zur Champions League der Uefa getreten, die diese Pläne wie auch die Fifa und etliche nationale Ligen und Verbände scharf kritisierte. Nach dem schnellen Rückzug der englischen Klubs ist die Super League vorerst vom Tisch. Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin halten aber weiter an den Plänen fest. Ihnen drohen deshalb Sanktionen der Uefa. (APA, 20.5.2021)

DER STANDARD