Nach dem Mord an Regani schaltete sich auch der italienische Botschafter (im Bild sein Auto) in Kairo ein.

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Rom – Ein römischer Richter hat am Dienstag die Eröffnung eines Prozesses gegen vier ägyptische Geheimdienstagenten beschlossen. Der Beschluss wurde nach Ende der Ermittlungen wegen des Mordes an dem italienischen Doktoranden Giulio Regeni in Ägypten im Jahr 2016 gefasst. Der Prozess beginnt am 14. Oktober vor einem Schwurgericht in Rom.

Zu den Angeklagten zählt der hohe Geheimdienstfunktionär Magdi Ibrahim Abdelal Sharif, dem Entführung, Folter und Mord vorgeworfen wird. Die römischen Ermittler gehen davon aus, dass Regeni neun Tage lang mit Stöcken, Messern sowie glühenden Gegenständen und Fußtritten gefoltert worden sei, bevor er starb.

Internationales Aufsehen

Der junge Wissenschafter hatte für seine Doktorarbeit in Cambridge über die ägyptische Gewerkschaftsbewegung geforscht – ein sehr heikles Thema in dem autoritär geführten Land. Die verstümmelte und mit Foltermalen übersäte Leiche des 28-Jährigen war im Februar 2016 an einer Überlandstraße in Ägypten gefunden worden. Es besteht der Verdacht, dass Regeni Opfer ägyptischer Sicherheitskräfte wurde. Der Fall erregte internationales Interesse und führte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Kairo und Rom.

Italien hatte die von Ägypten vorgebrachten Erklärungen zurückgewiesen, wonach Regeni bei einem Verkehrsunfall starb oder von Kriminellen getötet wurde. Die ägyptische Staatsanwaltschaft wies die Darstellung der Ereignisse der italienischen Ermittler zurück: So habe die Polizei vor Regenis Tod lediglich Nachforschungen über ihn angestellt, nachdem sie eine Beschwerde über sein "verdächtiges Verhalten" erhalten habe. Einen alternativen Mordverdächtigen benannte die ägyptische Staatsanwaltschaft nicht. Seit dem Tod ihres Sohnes kämpfen die Eltern Regenis unermüdlich für die Aufklärung des Mordes. Sie begrüßten den geplanten Beginn des Prozesses. (APA, 25.5.2021)