Die geplante Fabrik in Grünheide.

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Nach einem Brand auf der Baustelle von Tesla für die neue Autofabrik in Grünheide nahe Berlin geht die Polizei dem Verdacht einer politisch motivierten Straftat nach. Brandstiftung werde nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts. Die Ermittler prüften derzeit einen Brief, der auf einer Internetplattform veröffentlicht worden sei und in dem die Verantwortung für den Brand übernommen werde. In dem Schreiben einer unbekannten Gruppe hieß es nach Angaben des LKA, sechs Hochspannungskabel seien in Brand gesetzt worden, um die Stromversorgung des Tesla-Geländes zu kappen. "Tesla ist weder grün, ökologisch noch sozial", zitierte ein LKA-Sprecher aus dem Bekennerschreiben.

In der Nacht informiert

Die Polizei sei in der Nacht über einen Brand in einem Waldstück bei Grünheide informiert worden. Nach ersten Erkenntnissen hätten unbekannte Täter mehrere zur Baustelle der Gigafabrik und zu Teilen des benachbarten Ortes Erkner führende Stromkabel beschädigt und eine umliegende Fläche von etwa drei Quadratmeter Waldboden in Brand gesetzt. Unklar war zunächst, ob sich der mutmaßliche Anschlag auf den Fortgang der Bauarbeiten auswirkt.

Tesla will in dem Werk jährlich bis zu 500.000 E-Autos seines vollelektrischen Mitteklasse-SUV Model Y produzieren. Die ursprünglich für Anfang Juli geplante Eröffnung der Fabrik wurde unlängst auf Ende 2021 verschoben, weil Tesla dort zusätzlich eine Batteriezellenfabrik errichten will. Unternehmenschef Elon Musk hat sich über die deutsche Bürokratie beschwert, die er für langwierige Genehmigungsverfahren verantwortlich macht. (Reuters, 26.5.2021)