Eine gerade für den kommenden Urlaub sehr unerfreuliche Auswirkung des aktuellen Chipmangels: Mietautos werden teurer.

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Die Produktionsausfälle bei den Autoherstellern wegen der Chip-Engpässe machen auch den Vermietern zu schaffen. Wie andere Neufahrzeugkunden auch bemerkten die Autovermieter Lieferschwierigkeiten, sagte Michael Brabec, Geschäftsführer des Bundesverbands der Autovermieter Deutschlands am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Flexibilität

"Hersteller und Importeure, die nicht genügend Fahrzeuge liefern können, leiden unter den Folgen der Pandemie und den Angebotsverwerfungen bei elektronischen Bauteilen." Ein Vorteil sei aber, dass die Vermieter bei der Zusammenstellung ihrer Flotten flexibel zwischen Herstellern und Fahrzeugen entscheiden könnten.

Der Engpass wirke sich auch auf die Preise für Mietwagen aus. In Urlaubsregionen gebe es Meldungen über starke Preissteigerungen, sagte Brabec. "Die eher moderaten Preiserhöhungen in Deutschland sind Ausdruck der schwierigen letzten 14 Monate und der erlittenen erheblichen Verluste der allermeisten kleinen und großen Anbieter und der nun noch nicht wieder vollständig aufgebauten Mietwagenflotten." In der Pandemie seien die Ausschläge der Nachfrage größer als sonst, was das Flottenmanagement der Vermieter erschwere. "Hohe Mietwagenpreise sind für die Unternehmen derzeit eher Segen als Fluch", sagte er. Sobald wieder mehr Fahrzeuge in die Flotten eingestellt würden, dürfte der Preisanstieg gedämpft werden.

Produktion

Wegen der Knappheit bei wichtigen Halbleitern haben zahlreiche Autobauer weltweit ihre Produktion gedrosselt und zum Teil Mitarbeiter wochenlang in Kurzarbeit geschickt. Die Autobauer haben damit zu kämpfen, dass die Lieferanten seit Ausbruch der Coronakrise vorrangig Computerhersteller und Anbieter von Unterhaltungselektronik mit Chips bedienen. In der Branche gehen viele davon aus, dass die Lieferung von Bauteilen erst im nächsten Jahr wieder reibungslos läuft. (APA, 27.05.2021)