Die Arbeitsbedingungen bei dem Konzern stehen seit Jahren regelmäßig weltweit in der Kritik.

Foto: reuters/stapleton

Zu viel Arbeit, zu viel Stress? Amazon will seinen Mitarbeitern dafür eine Lösung bieten: Die "Zenbooth", eine Art Raum für "achtsame" Meditation, soll ihnen helfen, sich direkt am Arbeitsplatz zu entspannen. Das Unternehmen kündigte die neuen Boxen auf sozialen Medien an, sie sollen in Lagerhallen aufgestellt werden. Das Ziel sei, vor allem die mentale Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken. Sie sollen ihre Energien, so eine Pressemitteilung, in der Box wieder aufladen können. Darin können sie sich Videos zu psychischer Gesundheit ansehen.

Bei Nutzerinnen und Nutzern sorgt die Ankündigung allerdings vorwiegend für Spott: So verweisen User darauf, dass angemessene Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen vorteilhafter wären. Das Unternehmen wurde in der Vergangenheit immer wieder für seinen Umgang mit Mitarbeitern kritisiert. Eine weitere Nutzerin spottet, dass es sich eher um einen "mobilen Schrank der Verzweiflung" handle.

Spott

Amazon hat nach der großen negativen Resonanz das Video zur den "Zenbooths", das es auf Twitter geteilt hatte, wieder entfernt. Zu sehen war ein Raum von der "Größe eines Grabes", wie "Gizmodo" schreibt, mitsamt einem kleinen Tisch und einem Monitor. Zudem finden sich darin einige Regale mit Pflanzen und einer Tageslichtlampe. Informationen darüber, wie viele "Zenbooths" aufgestellt werden, hat die Firma nicht verlautbart, auch die Entfernung des Videos blieb unkommentiert.

Die Arbeitsbedingungen bei dem Konzern stehen seit Jahren weltweit in der Kritik. So wurde immer wieder von Teilen der Belegschaft berichtet, die angeben, in Flaschen zu urinieren, wenn sie aufs Klo müssen, da sie sich nicht trauen würden, Toilettenpausen einzulegen. Auch war kritisiert worden, dass Amazon sich nicht ausreichend um die Sicherheit seiner Mitarbeiter kümmere. Der Konzern gilt als einer der größten Profiteure der Pandemie – allerdings hatte das bisher keinen Einfluss auf das Gehalt der Mitarbeiter. (red, 28.5.2021)