Zverev mühte sich zum Auftakt.

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Osaka gewann in zwei Sätzen.

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Ganz so leicht, wie sich Naomi Osaka ihren angekündigten Medien-Boykott bei den French Open vorgestellt hat, wird es der Weltranglisten-Zweiten nicht gemacht. Osaka war wie erwartet nach ihrem 6:4,7:6(4)-Erstrundensieg am Sonntag über die Rumänin Patricia Maria Tig nicht zur obligatorischen Pressekonferenz erschienen. Sie erhielt dafür eine 15.000-Dollar-Strafe. Schwerer wiegt, dass sie bei weiteren Verweigerungen auch aus dem Turnier ausgeschlossen werden könnte.

Diese Androhung hat das Board aller Grand-Slam-Turniere am Sonntagnachmittag verlautet. Zudem könnte Osaka, die bisher vier Major-Turniere gewonnen hat und mittlerweile bestbezahlte Sportlerin der Welt ist, auch für künftige Majors suspendiert werden.

Board will Gleichbehandlung

Osaka hatte wegen ihrer mentalen Gesundheit verweigert, in Paris mit der Presse zu sprechen und dafür trotz allem Verständnis großteils negative Kritik geerntet. Zwar ist auch für das Grand-Slam-Komitee die Gesundheit vorrangig.

In dem Statement untermauerte das Board aber auch, dass die Regeln auch dazu da seien, dass alle Spieler genau gleich behandelt werden müssen, ganz egal welchen Status sie haben. Es sei wichtig, dass niemand einen unfairen Vorteil gegenüber anderen habe. Dies wäre aber der Fall, wenn ein Spieler oder eine Spielerin sich weigert, Zeit für Medienverpflichtungen zu nehmen, während alle anderen das tun. Man sei aber offen für respektvolle, konstruktive Diskussionen.

Zverev mit Mühe weiter

Alexander Zverev hat indes mit größter Mühe eine Blamage abgewendet. Der klare Favorit schlug seinen Landsmann Oscar Otte mit 3:6, 3:6, 6:2, 6:2, 6:0. "Ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte. Er hat mir keinen Rhythmus gegeben und hat unglaublich gespielt", sagte Zverev: "Am Ende war er vielleicht etwas müder als ich. Ich bin wirklich froh, dass ich jetzt zwei Tage Pause habe."

Angelique Kerber musste dagegen schon wieder ihre Sachen packen. Sie musste sich nach einer völlig unzureichenden Vorstellung und einer 2:6, 4:6-Pleite gegen die Qualifikantin Angelina Kalinina zum dritten Mal in Serie bei dem Sandplatzturnier schon in der ersten Runde verabschiedet.

Federer am Montag

Am Montag absolviert Roger Federer sein Auftaktmatch gegen den Usbeken Denis Istomin. Der 20-malige Grand-Slam-Champion kehrt damit nach langer Pause auf die Major-Bühne zurückkehrt. Seit Anfang 2020, seit seinem Halbfinal-Aus bei den Australian Open, hat Federer nicht mehr bei einem Grand Slam gespielt. Zwei Knie-Operationen zwangen den Ausnahmekönner zu einem körperlichen Neuaufbau. (APA, sid, red, 30.5.2021)