Barty ist weiter.

Foto: AP/Ena

Paris – Die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty hat bei den French Open nur mit viel Mühe die zweite Runde erreicht. Die 25-jährige Australierin gewann am Dienstag in Paris gegen Bernarda Pera (USA) mit 6:4,3:6,6:2. Ähnlich sicher, aber weit problemloser setzte sich Männer-Topfavorit Rafael Nadal durch. Der 13-fache Paris-Champion besiegte Alexei Popyrin (AUS) mit 6:3,6:2,7:6(3). Und auch dem Weltranglistenersten Novak Djokovic reichten gegen Tennys Sandgren (USA) drei Sätze.

Djokovic wurde von Sandgren (ATP-66) beim 6:2,6:4,6:2 nur im zweiten Satz gefordert, zeigte da kleinere Konzentrationsmängel und auch Emotionen. Letztlich gab der Serbe das Heft nie aus der Hand und gewann souverän. Nächster Gegner des Australian-Open-Gewinners ist der ungesetzte Uruguayer Pablo Cuevas.

Schwierig

Popyrin, der Sieger des Pariser Juniorenturniers von 2017, führte gegen Nadal im dritten Durchgang mit 5:2 und erspielte sich zwei Satzbälle, die Nadal aber abwehrte. "Es war ein schwieriges Match gegen einen starken Gegner", befand der 34-jährige Spanier, der die letzte Austragung von Roland Garros im letzten Herbst ohne Satzverlust für sich entschieden hatte. Dass ihm ein solcher am Donnerstag, an seinem 35. Geburtstag, in der 2. Runde droht, ist nicht zu erwarten. Sein nächster Gegner ist der gleichaltrige Franzose Richard Gasquet, der die letzten 26 Sätze gegen Nadal verloren und keines der insgesamt 16 Duelle gewonnen hat.

Für eine kleine Überraschung sorgte der ungesetzte Jan-Lennard Struff, der die Nummer sieben, Andrej Rublew mit 6:3,7:6(6),4:6,3:6,6:4 eliminierte und als vierter Deutscher mit "Oldie" Philipp Kohlschreiber, Alexander Zverev und Dominik Koepfer in der zweiten Runde steht.

Kampf

Bei den Frauen musste sich die angeschlagene Barty nach dem zweiten Satz längere Zeit behandeln lassen. Am Ende kämpfte sich die French-Open-Siegerin von 2019 aber durch. Vorbei ist das Turnier hingegen für die letztjährige Halbfinalistin und zweifache Wimbledonsiegerin Petra Kvitova nach einem kuriosen Unfall. Die 31-jährige Tschechin verletzte sich am Sonntag nach ihrem gewonnenen Erstrunden-Match am Knöchel.

Wie die Weltranglisten-Zwölfte erklärte, sei sie während ihrer Medien-Termine nach dem Match gestürzt. "Nach einem MRI und vielen Diskussionen mit meinem Team, habe ich entschieden, dass es nicht ratsam ist, weiter zu spielen. Das ist ein unglaubliches Pech", resümierte Kvitova, die hofft, für Wimbledon in knapp vier Wochen wieder fit zu sein. Das Rasenturnier hat sie zweimal gewonnen.

Comeback

Trotz des Ausscheidens feierte die Spanierin Carla Suarez Navarro ein bemerkenswertes Comeback. Die 32-jährige Spanierin kehrte nach überstandener Krebserkrankung zurück und lieferte der Amerikanerin Sloane Stephens einen packenden Fight. Am Ende setzte sich Stephens mit 3:6,7:6(4),6:4 durch, obwohl Suarez Navarro im zweiten Satz bereits zum Matchgewinn aufgeschlagen hatte. Die frühere Nummer sechs der Welt hatte im September des vergangenen Jahres öffentlich gemacht, dass sie an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Sie will in diesem Jahr noch einmal alle großen Turniere spielen und ihre Karriere dann am Ende der Saison beenden.

Melzer out

Jürgen Melzer ist unterdessen in der ersten Doppel-Runde der French Open ausgeschieden. Der 40-jährige ÖTV-Sportdirektor unterlag mit seinem spanischen Partner Marc Lopez dem Duo Romain Arneodo/Benoit Paire (Monaco/Frankreich) mit 2:6,7:5,4:6.

Nach dem Aus von Dominic Thiem sind damit Oliver Marach (mit dem Pakistani Aisam-Ul-Haq Qureshi), Philipp Oswald (mit dem Neuseeländer Marcus Daniell) und Julian Knowle (mit dem Niederländer David Pel) jeweils im Doppel die letzten Österreicher im Bewerb. (APA, 1.6.2021)