Wer hilft mit? Auf Initiative von Japan findet ein virtueller Gipfel zur Beschaffung von Corona-Impfstoffen für arme Länder statt. Österreich hat seine Mittel auf fünf Millionen Euro verdoppelt.

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Österreich verdoppelt seinen Beitrag zur Unterstützung der Corona-Impfung in ärmeren Ländern. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagte bei einem virtuellen Gipfel am Mittwoch zusätzliche 2,6 Millionen Euro an österreichischer Unterstützung für die Covax-Initiative zu. Damit kommt es fast zu einer Verdoppelung des österreichischen Covax-Beitrags auf insgesamt fünf Millionen Euro.

"Niemand ist sicher, bis jeder sicher ist", sagte Kurz in seiner Videobotschaft laut Redetext. Noch nie sei der Bedarf an globaler Solidarität und internationaler Zusammenarbeit größer gewesen. Österreich sei einem gemeinsamen und globalen Ansatz zur Überwindung der Coronakrise verpflichtet und werde weiter Solidarität zeigen.

Zwei Milliarden Dollar als Ziel

Auf Einladung Japans findet am heutigen Mittwoch der virtuelle Gipfel zur Beschaffung von Corona-Impfstoffen für arme Länder statt. Ziel der Konferenz ist es, zwei Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) an zusätzlichen Mitteln von Gebern aus dem staatlichen und privaten Sektor für die sogenannte Covax-Initiative einzutreiben. Diese sollen zu bereits eingesammelten 6,3 Milliarden Dollar hinzukommen.

Über die Covax sollen 92 Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen einen gerechten Anteil an Impfstoffen erhalten. Ziel von Covax ist es, frühzeitig 2,8 Milliarden Impfdosen zu sichern und bis Ende 2021 fair zu verteilen. Covax hat bisher Verträge mit AstraZeneca, Pfizer und Novovax, weitere Verträge mit Johnson & Johnson, Sanofi und anderen Impfstoffherstellern sind in Vorbereitung. Seit Ende Februar wurden über Covax 72 Millionen Impfdosen an 125 Länder geliefert.

Österreich koordiniert im Auftrag der EU die Verteilung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs für die Länder des Westbalkan, 651.000 Dosen wurden von der EU bestellt. Davon gehen 214.000 an Bosnien, 145.000 an Albanien, 119.000 an Nordmazedonien, 95.000 an den Kosovo, 42.000 an Montenegro und 36.000 an Serbien.

EIB erhöht Kredit

Die Europäische Investmentbank EIB hat sich bereit erklärt, den bereits zugesagten Kredit in der Höhe von 600 Millionen Euro für das Covax-Programm um weitere 300 Millionen Euro zu erhöhen. Auch AstraZeneca-Chef Pascal Soriot, sagte Unterstützung zu. Er sagte während des Gripfels, dass AstraZeneca mit den betroffenen Regierungen zusammenarbeite, um die Versorgung des Impfprogramms mit Impfstoffen zu steigern und betonte, dass aufgrund von immer wieder auftauchenden Engpässen auch Dosenspenden nötig seien.

Viele Zusagen

Unterstützung haben im Laufe des Tages mehrere Länder zugesichert. Schweden sagte zu, heuer noch drei Millionen nicht abgerufener Covid-Impfungen an das Covax-Programm zu spenden. Spanien bringt noch heuer 15 Millionen Dosen in das Programm ein und spendet 50 Millionen Euro. Australien spendet weitere 50 Millionen Dollar. Bisher hatte das Land bereits 80 Millionen Dollar an Covax gespendet. (APA, red, 2.6.2021)