Archäologen haben das Verwandtschaftsverhältnis zweier vor rund 1.000 Jahren gestorbener Wikinger geklärt. Mithilfe von DNA-Untersuchungen stellten sie fest, dass die vor einigen Jahren in Dänemark und England ausgegrabenen Männer eine Verwandtschaft zweiten Grades zueinander hatten. Sie waren entweder Halbbrüder oder Neffe und Onkel, wie das dänische Nationalmuseum in Kopenhagen mitteilte. Eine Wikinger-Sonderausstellung zeigt dort ab 26. Juni auch die beiden Skelette.

Halbbrüder oder Neffe und Onkel: Die beiden Männer waren nahe miteinander verwandt.
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Fund im Massengrab

Gefunden wurden diese Überreste an völlig unterschiedlichen Orten: Bei dem einen handelt es sich dem Museum zufolge um einen jungen Wikinger aus Otterup auf der Insel Fünen, der in England ermordet und in Oxford in ein Massengrab geworfen wurde. Sein Halbbruder, Neffe oder Onkel, der 2005 von Archäologen in Otterup ausgegraben worden war, lebte dagegen auf der Insel als Bauer.

Einer der Wikinger starb einen gewaltsamen Tod.
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Ab dem Jahr 850 hatten sich viele Dänen in England als Bauern angesiedelt. Andere dänische Wikinger setzten zur selben Zeit ihre 793 aufgenommenen Beutezüge entlang der englischen Küsten fort. Wie das Museum weiter mitteilte, ordnete Englands König Æthelred II. im Jahr 1002 ein Massaker an den Dänen in seinem Herrschaftsgebiet an, während andere später bei Kämpfen umkamen.

Die Gebeine sind ab 26. Juni in einer Ausstellung in Kopenhagen zu sehen.
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Zu den Toten zählte auch der besagte junge Wikinger aus Fünen: Er wurde ermordet und in das Massengrab in Oxford geworfen, wo seine Überreste 2008 gemeinsam mit denen von mindestens 35 weiteren getöteten Männern entdeckt wurden. (red, APA, 10.6.2021)