Xbox-Spiele auf dem Fernseher: Das soll künftig auch ganz ohne passende Konsole möglich sein.

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Im Bestreben, neue Kunden für seinen Spielestreamingdienst zu finden, beschreitet Microsoft neue Wege. So soll der Xbox Game Pass auf Basis der Xcloud-Technologie künftig auch ganz ohne Konsole direkt am Fernseher genutzt werden können.

App und Stick

Zu diesem Zweck arbeite man derzeit mit diversen TV-Herstellern zusammen, bestätigt das Unternehmen gegenüber The Verge. Dadurch soll die Game-Pass-App künftig auch für zahlreiche Smart-TV-Plattformen verfügbar sein. Alles, was dann noch benötigt wird, ist ein passender Controller zur Steuerung. Als Alternative arbeitet Microsoft aber noch an einer anderen Option: einem eigenen Streaming-Stick. Dieser soll mit einem Fernseher oder Monitor verbunden werden können, um allerorten Zugang zum Spielestreamingdienst zu bieten.

Das Konzept erinnert insofern stark an jenes von Google Stadia. Auch dort können mithilfe eines Streaming-Sticks – in dem Fall des Chromecast Ultra – die Spieleinhalte direkt an den TV gestreamt werden. Eine passende Stadia-App gibt es ebenfalls, die zwar bisher noch auf Smartphones beschränkt ist, deren Verfügbarkeit aber noch im Juni auf ausgewählte Geräte mit Android TV ausgedehnt werden soll.

"In den nächsten Wochen" im Browser

Unklar bleibt bei all dem vorerst, wann Microsoft seine Pläne zum Gaming per Stick in die Realität umsetzen wird. Zwar ist für Sonntag die XBox-Pressekonferenz zur E3 geplant, dort will man sich aber eigentlich auf neue Spiele konzentrieren. Insofern sollte man nicht mit neuen Details zu den TV-Plänen rechnen.

Xbox

Relativ konkret wurde Microsoft am Donnerstag allerdings in einem Blogpost in Bezug auf das Gaming im Browser. In dem Beitrag mit der Betiteltung "Spaß und Gemeinschaft für alle" heißt es nämlich wörtlich: "In den nächsten Wochen erscheint Cloud Gaming im Browser für alle Xbox Game Pass Ultimate-Mitglieder."

Dann dürfte es möglich sein, Xbox-Spiele auf jedem Gerät zu spielen, das einen Browser besitzt und über eine Internetverbindung verfügt. Diese werden dann von den Microsoft-Servern auf das Endgerät des Gamers übertragen.

Außerdem soll gegen Ende des Jahres Cloud-Gaming direkt in der Xbox App auf dem PC möglich sein sowie in Konsolen integriert werden. Laut Microsoft können Spielerinnen und Spieler somit Games ausprobieren, noch bevor sie diese kaufen. Außerdem sind keine lokalen Installationen und Updates nötig – wodurch ein Problem adressiert wird, das jeder Game-Pass-Kunde kennt: latent knapper Festplattenplatz.

Xbox kaufen? Wozu?

"Wir sind in den finalen Zügen, die Microsoft-Datenzentren überall auf der Welt mit der neuesten Hardware-Generation auszustatten – Xbox Series X", heißt es weiters in dem Beitrag: "Für Spieler*innen bedeutet das schnellere Ladezeiten, optimierte Bildwiederholraten und Games, die optimiert sind für Xbox Series X." Außerdem bedeutet es: Wer aufgrund der knappen Verfügbarkeit der Nextgen-Konsolen schon verzweifelt ist, der kann diese künftig mieten, anstatt sie zu kaufen.

Apropos mieten: Weiters soll man die Geräte künftig über einen Telco-Anbieter gegen eine monatliche Gebühr beziehen können, anstatt sie gegen eine einmalige Bezahlung zu kaufen. "Xbox arbeitet zusammen mit Telekommunikationsanbietern an neuen Erwerbsmodellen wie Xbox All Access", heißt es dazu: "So können Konsument*innen eine Konsole und den Game Pass für einen niedrigen monatlichen Preis erwerben, anstatt direkt mit den Anschaffungskosten konfrontiert zu werden."

Die zuletzt knappe Verfügbarkeit der Konsolen ist erstens auf den globalen Halbleiter-Mangel zurückzuführen und zweitens auf die sogenannten "Scalper" – also Personen, die knappe Güter zum Normalpreis rasch aufkaufen, um sie anschließend teuer zu verkaufen. Das Problem des Halbleitermangels wird man durch die Abomodelle nicht in den Griff bekommen, jenes der Scalper hingegen sehr wohl.

Games, Games, Games

Microsoft hat sich das Ziel gesetzt, in jedem Quartal des Jahres mindestens ein neues First-Party-Spiel für den Game Pass zu veröffentlichen. Aktuell gibt es über 100 Spiele in der Bibliothek, die gegen eine monatliche Gebühr genutzt werden können.

Derzeit brüstet man sich damit, dass die Spielerinnen und Spieler auf die große Auswahl der Games zugreifen können und entsprechend auch Neues ausprobieren: Xbox-Game-Pass-Mitglieder spielen 30 Prozent mehr Genres und 40 Prozent mehr Spiele, heißt es seitens Microsofts: Und mehr als 90 Prozent geben an, ein Spiel gespielt zu haben, das sie ohne den Game Pass nicht ausprobiert hätten. (apo/stm, 10.06.2021)