Barbora Krejcikova hat es vollbracht.

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Paris – Die ungesetzte Tschechin Barbora Krejcikova hat die Tennis-French-Open gewonnen. Die 25-Jährige besiegte am Samstag im Finale von Paris die als Nummer 31 eingestufte Russin Anastasia Pawljutschenkowa 6:1,2:6,6:4 und holte damit ihren ersten Grand-Slam-Titel im Einzel. Krejcikova ist nach Hana Mandlikova im Jahr 1981 die insgesamt zweite tschechische Gewinnerin dieses Grand-Slam-Turniers. Sie kassiert für ihren Triumph 1,4 Mio. Euro, Pawljutschenkowa erhält 750.000 Euro.

Krejicikova dominierte die Anfangsphase der Partie, auch wenn sie gleich im Auftaktspiel ihr Service abgegeben hatte. Die gebürtige Brünnerin legte dann aber ihre Nervosität ab, nahm ihrer Gegnerin deren ersten drei Aufschlaggames ab und ging in Sätzen mit 1:0 in Führung. Der zweite Durchgang verlief fast spiegelverkehrt, mit mehr Risiko erarbeitete sich Pawljutschenkowa eine 5:1-Führung. Bei 5:2 musste die 29-Jährige ein "Medical Timeout" nehmen, der Satzausgleich gelang ihr aber problemlos.

Krejcikova küsst den Pokal.
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Entscheidungssatz ausgeglichen

Am ausgeglichensten war der Entscheidungssatz. Krejcikova glich einen frühen Break-Rückstand aus und legte zum 4:3 nach. Nachdem die Siebente der Doppel-Weltrangliste dieses Break geschafft hatte, brachte sie ihr Aufschlaggame durch. Danach ging es mit dem Aufschlag bis zur Entscheidung. Für beide Spielerinnen war es das Debüt in einem Einzel-Major-Finale, ja sogar in einem -Halbfinale. Die um vier Jahre ältere Pawljutschenkowa hatte 52 Grand Slams auf diesen Einzel-Erfolg gewartet.

Es ist die sechste Debüt-Siegerin in Roland Garros in Folge. Davor hatten Garbine Muguruza (ESP), Jelena Ostapenko (LAT), Simona Halep (ROU), Ashleigh Barty (AUS) und Iga Swiatek (POL) zugeschlagen. Krejcikova holte in einem Turnier der Außenseiter-Siege den Titel. Reihenweise flogen die Favoritinnen aus dem Bewerb, letztlich standen vier Halbfinal-Debütantinnen unter den letzten Vier. Krejcikova hatte da schon beim Dreisatzsieg gegen Maria Sakkari (GRE) Nervenstärke bewiesen.

Krejcikova beim Service.
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Verstorbene Trainerin Novotna

Emotional wurde es bei der Siegesrede von Krejcikova noch auf dem Court, war sie doch von der 2017 verstorbenen Jana Novotna trainiert worden. Die war wie Krejcikova im Einzel und Doppel Weltspitze. Krejcikova kann am Sonntag das Kunststück schaffen, das Double aus Einzel- und Doppel-Triumph zu schaffen. Nicht mehr zu nehmen ist ihr jetzt einmal der ersten Major-Erfolg einer Tschechin seit dem zweiten Wimbledonsieg von Petra Kvitova im Jahr 2014.

Eine andere große Tschechin war bei der Siegerehrung bzw. bei der Pokal-Übergabe dabei, nämlich Martina Navratilova. Die Tennis-Legende hatte viele ihrer Erfolge für die USA errungen, hat seit 2008 aber wieder auch die tschechische Staatsbürgerschaft inne. "Ich bin einfach nur glücklich", sagte Krejcikova. "Ich kann nicht glauben, was gerade passiert ist, dass ich einen Grand Slam gewonnen habe. Ich bin durch eine harte Zeit gegangen, als Jana verstorben war."

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Pawljutschenkowa.
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Chance auf Doppel-Titel

Aber das habe sie stark gemacht. "Sie hat mir noch gesagt, dass ich einfach versuchen soll, ein Grand Slam zu gewinnen", erzählte Krejcikova über die 49-jährig wegen einer Krebserkrankung verstorbenen Novotna. "Sie schaut auf mich herunter, daher ist das diese beiden Wochen alles passiert. Sie war eine Inspiration für mich. Ich hoffe, dass sie da oben glücklich ist." Von Pawljutschenkowa gab es Anerkennung: "Ich weiß nicht, wie du es machst, im Einzel und Doppel so erfolgreich zu spielen."

Im Doppel-Endspiel am Sonntag trifft Krejcikova mit ihrer Landsfrau Katerina Siniakova als Nummer zwei gesetzt auf das US-polnische Duo Bethanie Mattek-Sands/Swiatek (14). (APA; 12.6.2021)