Causa Arnautovic: Schluss mit dem Gossenjargon

Der ÖFB-Teamspieler sollte sich nicht zu Beleidigungen hinreißen lassen

2.051 Postings

Alaba bremst Arnautovic.

Foto: imago images/Sven Simon

Die hohe Kunst des Lippenlesens lässt – an aufgeregten Fußballern erprobt – zuweilen in tiefste Abgründe blicken. Des Serbischen Kundige sind ziemlich sicher, dass Marko Arnautovic am Sonntagabend der Mutter eines nordmazedonischen Gegenspielers lauthals eine intime Begegnung in Aussicht gestellt hat.

Das sicher auch als rassistisch zu verstehende Angebot untermauerte der Stürmer noch mit einer Geste, ehe er über seinen Treffer zum 3:1 jubelte. David Alaba haben Tonfall und Mimik seines Floridsdorfer Spezis gereicht, um energisch dazwischenzugehen – die Pflicht des Kapitäns. Eine Art Aussprache zwischen Arnautovic und dem adressierten Spieler brachte – kaum verwunderlich – wenig.

Dass Arnautovic tags darauf auf eine sicher nicht rassistische, quasi milieubedingte Unmutsäußerung plädierte, werden jene als ungenügend empfinden, die gerne geneigt sind, die Kirche nicht im Dorf zu lassen. Ganz genügen sollte Arnautovics Rechtfertigung aber auch teamintern nicht.

Der Familienvater und Sohn ist für Franco Fodas Auswahl zu wertvoll. Er soll sich auch aus taktischen Gründen (provozierte Gegenspieler machen Fehler) nicht in die tiefste Gosse begeben. (Sigi Lützow, 14.6.2021)

Dieser Inhalt steht Ihnen auf DER STANDARD zur Verfügung.

Wir empfehlen folgende Artikel zum Weiterlesen: