Im Kölner Rhein dürften hunderte E-Scooter vor sich hinrotten – und auch Chemikalien absondern.

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Taucher in der westdeutschen Großstadt Köln haben laut einem Medienbericht mehr als 500 E-Scooter auf dem Grund des Rheins ausgemacht. Nach Angaben der Tauchtruppe stellen die Tretroller eine Gefahr für die Umwelt dar, denn aus ihren Akkus können unter Wasser Chemikalien austreten, berichtete der WDR am Dienstag.

Die Bergung der Scooter gilt als teuer und schwierig. Der Fluss ist tief und die Strömungen stark. Ein E-Scooter-Verleiher gab gegenüber dem WDR an, dass alle Scooter in Reichweite aus dem Wasser geholt würden. Ein weiterer nannte es ein "seltenes" Vorkommnis, dass ein Scooter im Wasser lande. Dennoch befinden sich hunderte im Flussbett, für deren Bergung sich viele Anbieter bisher offenbar nicht zuständig fühlten. Sie verweigerten auch Angaben zur Anzahl der versunkenen Roller, so der WDR.

Umweltschützer fordern Bergung

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in Nordrhein-Westfalen spricht von "skandalösen" Zuständen und fordert die sofortige Bergung der Roller. Auch die zuständigen Umweltbehörden dürften das nicht hinnehmen. Der Rhein sei Trinkwasserlieferant für etwa 30 Millionen Menschen in Europa.

Einige Verleiher haben nun Taten angekündigt: Die Firma Bird will so rasch wie möglich eine Fachfirma mit der Bergung im Rhein zu beauftragen, Lime und Tier haben ebenso eine Bergung angekündigt – allerdings mithilfe eines Vereins, der nach eigenen Angaben nicht die technischen Kapazitäten für eine so komplizierte Aktion besitzt. Voi will seine Mitarbeiter damit beauftragen.

Noch dürften diese Bergungsaktionen allerdings nicht erfolgt sein. Um zu verhindern, dass weitere E-Scooter im Rhein landen, haben mehrere Anbieter allerdings inzwischen für ihre Fahrzeuge Parkverbote am Rheinufer und auf den Brücken verhängt. (fmo, 16.6.2021)