Die Beteiligten wollen eine ""Kette der guten Taten" initiieren.

Foto: AP / Mahmoud Illean

Jerusalem – Eine israelische Frau hat einem ihr zuvor unbekannten zweijährigen Buben aus dem Gazastreifen eine Niere gespendet. Der Vater des palästinensischen Kindes habe sich im Gegenzug dazu bereit erklärt, einer kranken Jüdin eine Niere zu spenden, berichteten israelische Medien. So wollten sie eine "Kette der guten Taten" schaffen.

Bub wohlauf

Eine Sprecherin des Beilinson-Krankenhauses bei Tel Aviv bestätigte am Donnerstag, Organentnahme und Operation seien am Vortag erfolgt. Die Frau, eine Kindergärtnerin aus dem Norden des Landes, erhole sich in der Klinik. Eine Sprecherin des Schneider-Kinderkrankenhauses sagte, auch der Bub sei nach der Transplantation in gutem Zustand.

Der Sohn der Spenderin zitierte in sozialen Medien aus einem Brief seiner Mutter an den Buben aus Gaza: "Geliebtes Kind, ich hoffe, dass wir uns eines Tages treffen und am Strand von Gaza oder von Tel Aviv spazieren gehen können, und dass Frieden zwischen unseren Völkern herrschen wird, die beide Nachfahren Abrahams sind, unseres gemeinsamen Stammvaters."

Konflikt überschattet Beziehungen

Israel und die seit 2007 im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas haben sich bereits mehrere blutige Kriege geliefert. Bei dem letzten elftägigen Waffengang im Mai wurden im Gazastreifen 255 Menschen getötet, in Israel 13. Auf beiden Seiten kamen auch Kinder zu Tode. (APA, 17.6.2021)