Flüchtling oder Auswanderer?

Wenn Menschen in ein anderes Land ziehen, um dort zu leben, spricht man von Auswanderung oder Migration. Vielleicht weil sie dort eine Arbeitsstelle bekommen oder einen Partner kennengelernt haben. Wenn man aber sein Heimatland verlassen muss, weil man dort um sein Leben oder seine körperliche Sicherheit fürchten muss, nennt man das Flucht. Im Jahr 1951 wurde in Genf in der Schweiz die sogenannte Genfer Flüchtlingskonvention beschlossen. Darin wird beschrieben, wer ein Flüchtling ist und welche Rechte man dann hat. Und zwar, wenn man aufgrund von Religion, Nationalität, der Zugehörigkeit zu einer bestimmte sozialen oder ethnischen Gruppe oder aufgrund der politischen Überzeugung verfolgt wird. Flüchten Menschen in ein anderes Land, müssen sie einen Antrag stellen, um als Flüchtling anerkannt zu werden. Die zuständigen Behörden entscheiden dann, ob die Person bleiben darf oder nicht. Das ist nicht immer einfach und dauert manchmal sehr lange. Daher kommt es vor, dass Menschen schon viele Jahre in einem Land leben, hier bereits Kinder haben, und dennoch wieder zurückgeschickt werden.

Viele Kinder müssen ohne ihre Eltern oder andere Verwandte flüchten.
Foto: REUTERS/Yara Nardi

Kinder auf der Flucht

Über 82 Millionen Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht. Fast die Hälfte davon ist jünger als 18 Jahre. Oft können sie schon in ihrem Herkunftsland zum Beispiel aufgrund von Kriegen nicht mehr zur Schule gehen und leben in großer Armut. Manchmal kommt es sogar vor, dass Kinder oder Jugendliche allein ohne ihre Eltern oder andere Verwandte flüchten müssen. Das kann für sie sehr gefährlich sein. Viele kommen in Flüchtlingslager, in denen sie manchmal unter sehr schlechten Bedingungen leben müssen. Es gibt mehrere Organisationen, die Flüchtlinge unterstützen. 1950 wurde die UNHCR, die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, gegründet, um den Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. Heute hilft sie weltweit Menschen, die geflüchtet sind. Die Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Es wurde 1946 gegründet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren viele Häuser zerstört, und die Menschen hatten nichts zu essen. Die Unicef sorgte damals dafür, dass es Essen, Medizin und Kleidung für die Kinder gab. Auch sie hilft heute Flüchtlingskindern in vielen Ländern.

Fast die Hälfte aller Personen, die weltweit auf der Flucht sind, ist unter 18 Jahre alt.
Foto: APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich

So kannst du helfen

Menschen, die in ein anderes Land geflüchtet sind, fehlt es oft an vielen notwendigen Dingen im Alltag. Denn anders als bei einem normalen Umzug in eine neue Wohnung oder ein neues Haus, müssen sie viele Dinge zurücklassen. Viele Menschen sind außerdem so arm, dass sie sich nicht einfach neue Dinge kaufen können. Daher sind sie auch auf Spenden angewiesen. Für Kinder sind neben Nahrung und Kleidung natürlich Spiel- und Schulsachen ganz wichtig. Wenn du möchtest, kannst du ihnen helfen. Du kannst gemeinsam mit deinen Eltern überlegen, welche Spielsachen du nicht mehr brauchst und herschenken willst. Es gibt viele Vereine und Organisationen, die solche Sachspenden sammeln und bedürftigen Kindern geben. Manche nehmen derzeit aufgrund der Corona-Pandemie keine Sachspenden entgegen. Informiert euch am besten vorher, wo ihr Sachspenden hinbringen könnt. Eine Liste mit verschiedenen Initiativen in ganz Österreich findet man zum Beispiel auf der Webseite des Vereins Asylkoordination Österreich. Einen Überblick über Möglichkeiten, wie man Flüchtlingen helfen kann, gibt es auch auf oesterreich.gv.at. (Birgit Riegler, 20.6.2021)