Verena Altenberger als Polizistin Elisabeth "Bessie" Eyckhoff im "Polizeiruf 110: Schrödingers Katze".

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"Immer nur Abgründe" – die permanente Beschäftigung mit den negativen Seiten der Gesellschaft stelle er sich schwierig vor, sagt der junge Quantenphysiker Adam Millner (Camill Jammal) zu seinem Flirt, der Polizistin Elisabeth "Bessie" Eyckhoff (Verena Altenberger, in Salzburg heuer auch als Buhlschaft zu sehen). Tatsächlich wird die Polizeiruf 110-Ermittlerin – und damit die Zuschauerschaft – im dritten "Bessie"-Krimi Zeugin eines Kaleidoskops von Verderbtheiten moderner Menschen in Friedenszeiten.

Da will sich die so geldgierige wie falsche Karin Meyer (Lilly Forgách) das schmucke Häuschen der Pensionistin Johanna Schrödinger (gemimt von der bayrischen Volksschauspielerin Ilse Neubauer) unter den Nagel reißen. Die alte Dame ist ihr dabei im Weg, also sinnt sie auf Mord. Ihr Gatte wiederum lässt eine Sterbende auf der Straße liegen – deren Freund sich, als er Wind von der Tat bekommt, als Erpresser versucht und nachts in besagtem Häuschen auf Schmuckbeutezug geht.

Frau Schrödingers Katze

Auslösender Faktor dieser Verbrechenskaskaden ist Frau Schrödingers Katze. Sie verschwindet eines Tages, die Suche nach ihr treibt das Verhängnis voran. Am Ende gelingt Fahnderin "Bessie" die Aufklärung des Falles nur, weil sie auf die Spur der Katze kommt. Das erinnert an das gleichnamige physikalische Gedankenexperiment, ist aber höchst unterhaltsam, weil Regisseur Oliver Haffner ein turbulentes Finish inszeniert hat.

Verbrecher, die übereinander und über die eigenen Füße stolpern, geben den Weg für so etwas wie Gerechtigkeit frei. Um es mit dem jungen Quantenphysiker zu sagen: Der Abgrund schaut irgendwann zurück, wenn man lang genug reinschaut. (Irene Brickner, 20.6.2021)