Primoz Roglic, der Jäger.

Foto: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Tadej Pogacar, der Gejagte.

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Brest – Die am Samstag in Brest beginnende Tour de France könnte wie im Vorjahr zu einem slowenischen Zweikampf werden. Denn Titelverteidiger Tadej Pogacar und Primoz Roglic gelten nach ihrer bisher starken Saison mit mehreren Siegen als Topfavoriten für die 108. Auflage. Der im Vorjahr entthronte Ineos-Rennstall will mit Geraint Thomas, Richie Porte und Richard Carapaz dagegenhalten. Auch einige wenige andere wie Rigoberto Uran kommen für das Podium infrage.

Aufgrund des diesmal nicht so stark berglastigen Parcours darf sich auch Frankreichs Hoffnungsträger Julian Alaphilippe etwas ausrechnen. Der vierfache Tour-Champ Chris Froome, der sich noch immer nicht von seinen schweren Sturzverletzungen von 2019 erholt hat, ist im Team Israel Start-Up quasi nur als Aufputz dabei.

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"Das Traumszenario"

Auf Etappenerfolge wollen die Österreicher losgehen. Patrick Konrad und Lukas Pöstlberger sind im Bora-Team hauptsächlich als Helfer für den Podestplatzanwärter Wilco Kelderman und Sprinter Peter Sagan eingespannt, werden aber auch Freiheiten für Eigeninitiativen bekommen. Das gilt auch für Marco Haller als Leitwolf im zuletzt sehr erfolgreichen Bahrain-Tross. Der vierte ÖRV-Profi im Tourfeld ist der im Frühjahr starke Michael Gogl aus dem Qhubeka-Rennstall, er hatte im Vorfeld allerdings mit Knieproblemen zu kämpfen.

Pöstlberger zeigte sich zuletzt bei der Dauphine-Rundfahrt mit einem Etappensieg und mehrtägiger Gesamtführung in toller Verfassung. Aber auch Konrad reist nach Gesamtplatz zwölf beim Tour-Test und als Staatsmeister voller Selbstvertrauen in die windanfällige Bretagne. "Ein Etappensieg ist das Traumszenario."

Zweimal Mont Ventoux

In die höheren Berge geht es erst am zweiten Wochenende. Als erster großer Höhepunkt wartet später die zweimalige Überquerung des berühmt-berüchtigten Mont Ventoux (elfte Etappe). Bergankünfte gibt es diesmal nur in Tignes (neuntes Teilstück) sowie in den Pyrenäen am Col du Portet (17.) und in Luz Ardiden (18.). Die endgültige Entscheidung dürfte erst das zweite Einzelzeitfahren am vorletzten Tag bringen. Am 18. Juli geht die Tour in Paris zu Ende. (APA, red, 25.6.2021)