Tornado? In Südtexas, ja! Aber in Südmähren? Tornados kommen vor, auch in unseren Breiten, wenn auch die letzten ganz großen über 100 Jahre her sind, aber die meisten von uns haben es nicht für möglich gehalten: Todesopfer, dutzende Verletzte, schwere Zerstörungen in den Dörfern. Das südböhmische Kernkraftwerk Temelín musste übrigens wegen Unwetterschäden (kein Tornado) heruntergefahren werden.

Mehrere Ortschaften wurden in Tschechien fast vollständig zerstört.





Foto: imago images/CTK Photo

Die Frage, inwieweit das jetzt gehäuft auftretende Wettergeschehen mit dem Klimawandel zusammenhängt, ist nach wissenschaftlicher Mehrheitsmeinung geklärt: Es ist so. Es sieht nur nicht überall gleich aus: In einigen Regionen kommt es häufiger zu zunehmenden Niederschlägen, während in anderen Weltgegenden verstärkt extreme Hitzewellen und Dürren auftreten. Die gar nicht so seltenen Klimawandelleugner werden das als Beweis für ihre Thesen betrachten, aber die Evidenz weist in die andere Richtung.

Selbst jene, die Fridays for Future nur am Rande wahrgenommen haben, die das Phänomen Greta Thunberg nicht wirklich an sich herangelassen haben und die Arnold Schwarzeneggers Klimaaktion "Healthy Planet – Healthy People" unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten für das "Retirement Program" eines ehemaligen Actionstars halten, sollten etwas nachdenklich werden. "Tornados in Mähren" klingt wie ein Juxtitel, ist aber unangenehmer Ernst. (Hans Rauscher, 25.6.2021)