Patrik Schick verzückt nicht nur Tschechien.

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Eine große Euro-Erinnerung wird Patrik Schick natürlich nicht nur wegen seiner Traumtore bleiben, sondern auch wegen der Wortspiele. Was wurde nicht schon alles über den tschechischen Stürmer gewortwitzelt: "C’est Schick", "Nicht nur Schick, sondern auch effizient", "Schick schockt Schottland".

Sollte das kleine Märchen der Tschechen weitergehen, braucht es wohl neue Kreationen. Vielleicht heißt es ja nach dem Viertelfinale "Schick schickt Dänemark heim."Dass der 25-Jährige mit bis dato vier Treffern die Entdeckung des Turniers ist, wird seinen Arbeitgeber Leverkusen freuen, andere Vereine werden ihm nachtrauern. Vor vier Jahren hätte Schick von seiner ersten Auslandsstation Sampdoria Genua zu Juventus Turin wechseln sollen. Weil er aber damals "etwas am Herzen hatte", sahen die Turiner von einem Transfer ab. Es folgte eine Wanderschaft mit gesunder Pumpe, die vom AS Roma über Leipzig nach Leverkusen führte.

Schicks Weg

Schick gilt seit Jahren als talentiertester Tscheche seiner Generation. Und er gilt als eigenwillig, seit er einmal als Zwölfjähriger bei einem Turnier seinem auf der Tribüne sitzenden Vater wegen dessen heftiger Kritik den Mittelfinger gezeigt hatte. Dass der 1,87 Meter große Athlet, der bei Sparta Prag kicken lernte, die Idee verworfen hat, wie seine Zwillingsschwester Kristyna als Model über die Laufstege dieser Welt zu marschieren, ist für Tschechiens Fußball ein Segen.

Im Nationalteam hält Schick bei 14 Toren in 29 Spielen. Sein 50-Meter-Treffer gegen Schottland wird in der Hitparade der Euro verewigt werden. Tschechien prolongierte bereits einmal seine EM-Träume gegen den kommenden Gegner Dänemark. Auch 2004 in Portugal traf man die Dänen im Viertelfinale, gewann 3:0. Schicks Traum ist natürlich Wembley – und am besten dort gleich finalisieren. So wie 1996 Tschechien mit Karel Poborský, Vladimír Šmicer und Pavel Kuka – Schick war gerade fünf Monate alt. (Florian Vetter, 28.6.2021)