Kleine Nachträge zum heroischen Ausscheidungsmatch von Österreich gegen Italien. Gut haben s’ g’spielt, die Unsrigen, fast wär sich’s aus’gangen. Macht nix, dafür sind wir beim Impfen oder bei der Pandemiepolitik oder so ganz vorne. Oder?

Das Schönste ist ja die Nachbearbeitung der Matches, vorzugsweise durch den anbetungswürdigen Satiriker Alex Kristan. Seine Erklärung (auf Youtube) für die Beschimpfung des nordmazedonischen Spielers Alioski durch Arnautovic leuchtet extrem ein: "Na, was wird g’wesen sein? Der Alioski wird zum Arnautovic g’sagt haben – heast, Nautl, du mit deine Peckerl schaust aus, wie wannst auf der Ganzen Woche g’schlafen hättst" (für Nichtwiener: Peckerl = Tattoo; die Ganze Woche ist ein buntes Blatt).

Aber auch ganz normale junge Menschen beweisen bei der Gelegenheit, dass Mutterwitz und Interesse für gesellschaftspolitische Vorgänge nicht ausgestorben sind. Bei einem Public Viewing nach dem Italienmatch wurden Teilnehmer von oe24.tv über ihre Eindrücke befragt (die Wiener Polizei hatte ausnahmsweise die jungen Leute nicht auseinandergejagt). "Jo eh, war ein gutes Spiel", sagte da ein junger Mann dem oe24-Reporter in die Kamera, aber: "Wie ist das bei euch? Wird man vom Fellner belästigt oder nicht?"

Das zeigt: Junge Fußballfans nehmen auch aufmerksam teil an den medienpolitischen Entwicklungen des Landes. Es gibt also Hoffnung. (Hans Rauscher, 28.6.2021)